Wer die Sprache eines Landes nicht spricht, kann sich kaum integrieren. Ingrid Barschel hilft deshalb Menschen, die nicht Deutsch sprechen, diese Sprache zu lernen.
Ingrid Barschel hat 1991 mit Deutschkursen für Ausländer/innen begonnen. Die Pfarre hat überlegt, wie sie den Flüchtlingen aus Bosnien noch helfen könnte. Für Frau Barschel war es „ein Sprung ins kalte Wasser“, wie sie erzählt. Doch das Vertrauen der Pfarre hat sie gestärkt, und nun ist sie „mit Herz und Seele“ dabei.
Schauspielkunst
Vor Beginn des ersten Kurses hat sich die heute 55-jährige Hausfrau vorgestellt, dass sie mit Fotos und Bildern arbeiten würde. Sie hat angefangen, anhand der Bilder Familienverhältnisse zu erklären, doch die Fotos waren kaum nötig. „Es hat sich herausgestellt, dass das so auch geht“, sagt Ingrid Barschel – „mit viel Pantomime und Schauspielkunst“.Das Wichtigste ist ihrer Meinung nach Einfühlungsvermögen. Oft hat sie nach den Kursen weiter darüber nachgedacht, wie sie einzelnen Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern schwerer verständliche Passagen vermitteln könnte. Den Grammatik-Lehrstoff hat sie selbst mit dem Computer verfasst, „für die, die sich leicht tun“. Für Ingrid Barschel ist die praktische Anwendung der Sprache wichtiger. „Die Leute kommen ja nicht hierher, weil sie eine Sprache lernen wollen, sondern weil sie hier leben müssen“, sagt sie. Zur Zeit sind ihre Schüler/innen vor allem Asylwerber/innen. Für sie ist die Sprache am wichtigsten, weil sie alleine gekommen sind und niemanden zum Reden haben.