Bad Schallerbach erinnert zum Todestag an P. Johann Schwingshackl
Ausgabe: 2001/07, Bad Schallerbach, Schwingshackl, Märtyrer,
13.02.2001
- Judith Moser
P. Johann Nepomuk Schwingshackl SJ starb 1945 in einer Todeszelle. Zuletzt war er Kaplan in Bad Schallerbach. Die Pfarre gedenkt am Todestag an den Märtyrer der jüngsten Vergangenheit. Wegen „Wehrzersetzung“ verurteilten die Nationalsozialisten 1945 P. Johann Schwingshackl zum Tod. Er starb noch vor seiner Hinrichtung in der Todeszelle. Mehr als 141 Priester aus Oberösterreich waren von 1938 bis 1945 in Gefängnissen und Konzentrationslagern inhaftiert.
Studium in Gefangenschaft
Pater Schwingshackl stammte aus einer Bergbauernfamilie im Südtiroler Pustertal. Er wurde 1887 geboren. Erst mit 23 Jahren besuchte er eine Mittelschule. Die Ausbildung wurde durch den Militärdienst im Ersten Weltkrieg unterbrochen. P. Johann Schwingshackl geriet in russische Gefangenschaft, wo er mit Hilfe von mitgefangenen Lehrern sein Studium fortsetzte. So konnte er nach seiner Heimkehr maturieren. 1919 trat er als Novize bei den Jesuiten ein. 1924 wurde P. Schwingshackl zum Priester geweiht. Er wirkte in Innsbruck, St. Andrä, Wien, Steyr und Bad Schallerbach. Trotz vieler Warnungen predigte er mit klaren Worten und übte Kritik, auch am Verhalten der Kirche gegenüber dem Nationalsozialismus. Als „Regimegegner“ wurde er bald überwacht. Die Gestapo (Geheime Staatspolizei) verhörte P. Schwingshackl mehrmals und er bekam schließlich Redeverbot.Im Februar 1944 wurde er verhaftet und im Dezember zum Tod verurteilt. P. Schwingshackl war von der Haft so geschwächt, dass er noch vor der Hinrichtung in der Nacht vom 27. zum 28. Februar 1944 in der Todeszelle starb. Seit 1985 ist er in der Jesuitenkirche in Innsbruck begraben.
Gedenken in der Kirche
In der Pfarre Bad Schallerbach gedenken viele zum Todestag an den früheren Kaplan. Beim Eingang in die Turmkapelle in der Pfarrkirche Bad Schallerbach erinnert ein Foto an P. Johann Nepomuk Schwingshackl SJ. Außerdem wurde ein neuer Falter aufgelegt. Für eine Gedenktafel hat die Pfarre zur Zeit leider nicht das nötige Geld.