Kirchenzeitungsleser finanzieren Bau der Krankenstation in Mangunde
Ausgabe: 2001/07, Mosambik, Sei so frei, Männerbewegung, Flutkatastrophe
13.02.2001
- Josef Wallner
Die Schäden sind auch ein Jahr nach der Flutkatastrophe nicht zu übersehen. Der Wiederaufbau geht aber voran, konnten sich Mitarbeiter der Aktion „Sei so frei“ bei ihrem Mosambik-Besuch überzeugen.
Mosambik im Februar 2000: Menschen klammern sich verzweifelt an die Äste von Bäumen, andere kauern auf Dächern – die Bilder von der Flut gingen um die Welt. Und unter die Haut. Kirchenzeitungsleser/innen spendeten 375.000 Schilling für die Opfer und übergaben sie der Aktion „Sei so frei“/Katholische Männerbewegung. Mit dem „Kirchenzeitungsgeld“ wird unter anderem das Gesundheitszentrum der Missionsstation Mangunde wiederaufgebaut. Im März 2001 soll das erneuerte Haus feierlich eingeweiht werden.
Einzige Hilfe
Das dem heiligen Franz von Assisi geweihte Zentrum bietet als einzige Stelle medizinische Hilfe für eine ganze Region. Bis zu 25 Kilometer Fußmarsch nehmen die Menschen um Mangunde dafür auf sich. Oft bei 45 Grad Hitze. Die Gesundheitsstation rechtzeitig zu erreichen, entscheidet vielfach über Leben und Tod. Vor allem bei den Säuglingen. Malaria gilt als eine Geißel in Mosambik. Wird die von einer Stechmücke übertragene Krankheit bei Kleinkindern nicht rechtzeitig behandelt, führt sie zum Tod. Ebenso wie Darminfektionen.
Gesundheit um einen Schilling
Was immer das Zentrum an medizinischer Hilfe gibt, es kostet einen Schilling. Das ist jener Betrag, den sich die Landbevölkerung im Bezirk Buzi gerade leisten kann. Wen auch diese kleine Summe überfordert, der arbeitet auf der Missionsstation mit. Die Ordensschwestern, die die Missionsstation und Gesundheitszentrum vorstehen, haben auch einige Zimmer für die stationäre Aufnahme eingerichtet. Den 4. Februar 2000 werden die Bewohner des Dorfes Man-gunde nicht vergessen: Innerhalb von nur 24 Stunden verwandelte sich die kilometerweite Ebene in ein einziges Meer. Der Wirbelsturm „Eline“ hatte die Katastrophe ausgelöst. Eineinhalb Meter stand das Dorf unter Wasser. Mit Schrecken erinnern sich die Dorfbewohner, wie das Wasser Stunde um Stunde stieg. An ein Entkommen war nicht zu denken. Wohin denn auch in dieser endlosen Ebene. Schließlich kletterten sie auf Bäume und auf die Dächer ihrer Hütten und zitterten ihrem ungewissen Schicksal entgegen.
Schlammspuren als Zeugen
So rasch, wie die Flut gekommen war ging sie auch wieder. Zurück blieb das Elend: die Nahrungsmittelvorräte ungenießbar, die Medikamente der Krankenstation vernichtet, die Hütten verschlammt, auf den Feldern eine mächtige Sandschicht. Tage dauerte es, bis sich Helfer nach Mangunde durchschlugen und Lebsnmittel brachten. Mit Besen und Schaufeln machte man sich an die Aufräumungsarbeiten. Die Schwestern nahmen so rasch wie möglich wieder einen provisorischen Betrieb in der Gesundheitsstation auf. Ein Jahr nach der Katastrophe herrscht in einem erneuerten Haus wieder täglich reger Andrang. Nur die Schlammspuren an den Außenwänden des Gebäudes sind als stumme Zeugen der Flut geblieben.
Sei so frei:
Hilfe kommt an
Durch den Wirbelsturm „Eline“ im Februar 2000 und durch die darauf folgenden Überschwemmungen wurde in Mosambik (Ostafrika) mehr zerstört als in fünfzehn Jahren Bürgerkrieg. Gerade begannen die Menschen nach Morden und Hungers-not Hoffnung zu schöpfen, als die Flut hereinbrach. Die Aktion „Sei so frei“/Kath-olische Männerbewegung unterstützte den Wiederaufbau in Mosambik mit 2,2 Millionen Schilling. Davon gab 800.000 Schilling das Land Oberösterreich, 375.000 Schilling kamen von den Leser/innen der Kirchen-zeitung. Projektpartner der Aktion „Sei so frei“ ist P. Ottorino Poletto. Er leitet in der Erzdiözese Beira vier Pfarren. Sein Pfarrgebiet umfasst ein Drittel der Fläche Österreichs. Mit der Hilfe aus Oberösterreich wurden Schulen, Gesundheitsstationen und Privathäuser wieder in Stand gesetzt. Dr. Franz Hehenberger, „Sei so frei“-Projektreferent, ist vom Einsatz der Bevölkerung für den Wiederaufbau beeindruckt. Sein Resümee nach dem jüngsten Besuch in Mosambik: „Die Aktion „Sei so frei“ wird die Arbeit P. Ottorinos auch nach dem Ablauf der ersten Hilfsperiode im März 2001 unterstützen.“