In Weißrussland fehlt es an vielem. Aber manches kann man ohne viel Geld verbes-sern.
Silvia Ennser und Josefine Mair waren Anfang Februar in Weissrußland, um dort tätigen Menschen in Sozialeinrichtungen über die Pflege kranker Menschen zu Hause Anstöße zu geben. Silvia Ennser ist Direktorin des Pflegehilfe-Lehrgangs der Caritas-Fachschule für Sozialberufe in Linz. Josefine Mair unterrichtet an dieser Schule als akademische Lehrerin für Gesundheitsberufe. Die Idee kam Frau Gugerbauer von der Caritas-Auslandshilfe, die für Weissrußland zuständig ist und dort selbst einige Monate verbracht hat. In einem zweitägigen Seminar/Kongress hatten die beiden Linzer Lehrerinnen Gelegenheit, 70 Teilnehmerinnen Tipps für einfachste Handgriffe der Pflege daheim zu geben. Die Teilnehmerinnen sind Leiter/innen der Sozialämter bzw. Betreuerinnen in sozialen Einrichtungen. Die Tipps sollten so einfach wie möglich sein, „aber das war schon kompliziert genug“, schildert Frau Direktor Ennser. Denn die Armut in Weissrußland ist übergroß. Es fehlt gerade im Gesundheitsbereich an allem, Medikamente können sich die wenigs-ten leisten. Dennoch brauchbare Hilfestellung zu geben, war die Aufgabe der beiden Linzerinnen: Wie kann ich ein Bett mit einfachsten Mitteln zu einem akzeptablen Krankenlager machen? Wie soll der Raum gelüftet sein, in dem der kranke Mensch liegt? Wie kann ich das Leintuch eines Bettlägrigen wechseln, wenn ich ihn nicht herausheben kann? ... Körperpflege, Lagerung, Inkontinenz, Vorsorge gegen Thrombosen, Mund-, Nasen-, Ohrenpflege – das waren einige der mit großem Interesse und viel Wissbegierigkeit verfolgten Vorträge samt praktischen Übungen. Ein besonderes Anliegen der beiden Caritas-Lehrerinnen war das Prinzip der Pflege zu vermitteln: Der zu Pflegende soll seine Wünsche äußern!