„Ich verstehe, dass manche Christen mit den Veränderungen zu kämpfen haben. Ich lade sie aber ein, den Weg des 2. Vatikanischen Konzils mitzugehen“, erklärt Laurenz Neumüller, seit September 2000 Pfarrer in Kollerschlag. Den Hintergrund dieses Appells bilden die Medienberichte der vergangenen Tage: Eine kleine Gruppe Pfarran-gehöriger will die Neuerungen nicht annehmen, die der Pfarrgemeinderat einstimmig beschlossen hat: Errichtung eines Volksaltars, Zulassung der Handkommunion und Bestel-lung von Kommunionhelfern.In Kollerschlag gingen die Uhren lange Zeit anders. Die Pfarrgemeinde ist geprägt von KonsR Karl Wohlschlager, der – im Jänner 2000 verstorben – 39 Jahre Pfarrer von Kollerschlag war.Als einer der wenigen Priester Oberösterreichs hat er die Umsetzung des 2. Vatikanischen Konzils nicht mitgetragen. Die Gruppe, die die Neuerungen ablehnt, ist zwar klein, erläutert der neue Pfarrer Neumüller, schafft aber ein „ungutes Klima“. Niemand hatte bisher den Mut, dem Pfarrer persönlich die Bedenken mitzuteilen. Er bittet daher um Offenheit und Aufrichtigkeit: „Wenn wir miteinander Gottesdienst feiern, dann darf ich den Sitznachbarn in der Kirchenbank nicht schief anschauen, nur weil er sich für die Handkommunion entschieden hat.“
Der Chorherr des Stiftes Schlägl, Laurenz Neumüller, ist Pfarrer in Kollerschlag.