Er gebrauchte auch einen Vergleich und sprach: Kann ein Blinder einen Blinden führen? Werden nicht beide in eine Grube fallen? Der Jünger steht nicht über seinem Meister; jeder aber, der alles gelernt hat, wird wie sein Meister sein. Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen!, während du den Balken in deinem eigenen Auge nicht siehst? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen. Es gibt keinen guten Baum, der schlechte Früchte hervorbringt, noch einen schlechten Baum, der gute Früchte hervorbringt. Jeden Baum erkennt man an seinen Früchten: von den Disteln pflückt man keine Feigen, und vom Dornstrauch erntet man keine Trauben. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil in seinem Herzen Gutes ist; und ein böser Mensch bringt Böses hervor, weil in seinem Herzen Böses ist. Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund.
1. Lesung Jes Sir 27, 4–7
Die Zeit des Weisheitslehrers Ben Sira ist in mancher Hinsicht mit unserer vergleichbar. Palästina war 190 v. Chr. unter Herrschaft der Nachfolger Alexander des Großen, viele griechische BürgerInnen hatten sich angesiedelt. Ihr Lebensstil, ihre Art, die Welt zu sehen und zu deuten, waren zunehmend eine ernst zu nehmende Konkurrenz. Besonders die Jugend war geneigt, das Althergebrachte über Bord zu werfen und den Reiz des Neuen auszukosten. Ben Sira versucht nun, brauchbare Richtlinien zu geben. Das Neue wird kritisch geprüft und er bejaht, was ihm sinnvoll erscheint, aber er bekennt sich deshalb nicht weniger zu seinem überkommenen Glauben.
Im Sieb bleibt, wenn man es schüttelt, der Abfall zurück; so entdeckt man die Fehler eines Menschen, wenn man über ihn nachdenkt. Töpferware wird nach der Brennhitze des Ofens eingeschätzt, ebenso der Mensch nach dem Urteil, das man über ihn fällt. Der Art des Baumes entspricht seine Frucht; so wird ein jeder nach seiner Gesinnung beurteilt. Lobe keinen Menschen, ehe du ihn beurteilt hast; denn das ist die Prüfung für jeden.
2. Lesung 1 Kor 15, 54–58
Auch Paulus kann nur in Bildern, in übertragenem Sinne, vom „ewigen Leben“ reden. Begeistert und voller Gewissheit singt er ein Danklied der Erlösten: Der Tod, Feind des Menschen schlechthin, ist nicht mehr. Christus hat uns gerettet.
Wenn sich aber dieses Vergängliche mit Unvergänglichkeit bekleidet und dieses Sterbliche mit Unsterblichkeit, dann erfüllt sich das Wort der Schrift: Verschlungen ist der Tod vom Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg geschenkt hat durch Jesus Christus, unseren Herrn. Daher seid standhaft und unerschütterlich, nehmt immer eifriger am Werk des Herrn teil, und denkt daran, dass im Herrn eure Mühe nicht vergeblich ist.
Nimm dir Zeit zu arbeiten – das ist der Preis des Erfolgs. Nimm dir Zeit zu denken – das ist die Quelle der Macht. Nimm dir Zeit zu spielen – das ist das Geheimnis der ewigen Jugend. Nimm dir Zeit zu lesen – das ist Grundlage der Weisheit. Nimm dir Zeit, freundlich zu sein – das ist der Weg zum Glück. Nimm dir Zeit zu träumen – sie bewegt dein Gefährt zu den Sternen. Nimm dir Zeit zu lieben und geliebt zu werden – das ist das Vorrecht der Götter. Nimm dir Zeit, dich umzusehen – der Tag ist zu kurz, um selbstsüchtig zu sein. Nimm dir Zeit zu lachen – das ist Musik für deine Seele.
Aus: Hermann Multhaupt, Mögest du immer ein Kissen für den Kopf haben. Irische Segenssprüche.