Dass ausländische Christen Zugang zur Pfarrgemeinde finden, ist ein Herzensanliegen von Pfarrer P. Sepp Essl.Helen Seiwald ist Philippinin. Durch die Erstkommunion ihres Sohnes kam sie in Kontakt mit der Pfarre. Seither gehört sie dazu und hat Heimat in der Pfarrgemeinde gefunden. Ebenso wie ihr Mann, der zehn Jahre lang aus der Kirche ausgetreten war. Der inzwischen zwölfjährige Sohn Stephan ministriert mit Begeisterung, seine kleine Schwester Christine wird ihn vermutlich bald unterstützen. „In der Pfarre fühlt man sich zu Hause“, erklären die Seiwalds wie aus einem Mund. Familie Seiwald bildet im Resthof keine Ausnahme. Über die Kinder haben viele Erwachsene aus den verschiedensten Ländern Zugang zur Pfarre gefunden. Polnische, rumänische, tschechische, und kroatische Familien gehören zur St.-Franziskus Gemeinde. Von den 25 Ministranten sind elf Kinder von Eltern, die aus dem Ausland kommen. Die ausländischen Mitchristen bringen Farbe in die Gemeinde, freut sich Pfarrer P. Essl. Beim multikulturellen Essen einmal im Jahr wird das besonders sichtbar. Köstlichkeiten aus sechs verschiedenen Ländern wurden der Pfarrgemeinde beim vergangenen Fest aufgetischt.
Jugendclub als Dienst
Zu einem unkomplizierten Miteinander von Albanern, Türken, Bosniern und Österreichern kommt es wöchentlich bei der Disco im Keller der Pfarre. Schwellenangst kennen die Jugendlichen nicht, an die fünfzig Burschen und Mädchen lassen sich dienstags die Disco nicht entgehen. Sie suchen im Club aber nicht nur Unterhaltung und Gaudi, sie nutzen den Abend auch zu Gesprächen mit den Betreuerinen.
Erwachsene als Partner
Vier Frauen und Jugendleiter Klaus Grassegger stehen als Anlaufstelle und als Klagemauer zur Verfügung. Ob Job, Drogen oder erste Liebe – die Jugendlichen suchen den Kontakt zu den Erwachsenen. „Oft kommen sie hinter die Bar oder sie bitten uns hinaus ins Freie“, erzählen die beiden Betreuerinnen Rita Vorderdörfler und Roswitha Prettner. Ein Teil der Clubbesucher/innen gehört der moslemischen Glaubensgemeinschaft an, Berührungsängste gibt es aber keine. Die Betreuerinnen machen eine ganz andere Erfahrung: „Die Jugendlichen sehen uns als gläubige Menschen und haben Achtung davor.“ Die Kids schämen sich auch nicht Gleichaltrigen zu sagen, wo sie dienstags abends hingehen: „Wir sind in der Kirche.“