Auch das Unmögliche muss versucht werden, um aus der BSE-Katastrophe einen ethisch vertretbaren Ausweg zu finden: Das sagt Caritas-Präsident Franz Küberl zur Diskussion über Fleischlieferungen in Hungerregionen. Seiner Ansicht nach wird derzeit zu viel Energie verwendet, um Gründe gegen die Verteilung der zu schlachtenden Rinder zu finden. „Doch Millionen hungernder Menschen weltweit sind immer ein Grund, jede Möglichkeit der Hilfe ernsthaft zu prüfen.“ Ethisch zu handeln heißt in diesem Fall, „den längeren Weg zu gehen und vielleicht auch teurere Lösungen zu wählen.“
Nordkorea: akuter Mangel
Zum Beispiel herrscht in Nordkorea seit Jahren akuter Mangel an Nahrungsmitteln. Auch in Afrika müssen jährlich Millionen Flüchtlinge versorgt werden. Dem berechtigten Argument, dass Gratisfleisch verheerende Auswirkungen auf die lokale Landwirtschaft haben könne, hält Küberl entgegen, dass Katastrophenhilfe nicht in Konkurrenz zu lokalen Märkten stehe. Wenn die Verteilung eines Teils als Alternative zur Verbrennung erwogen werde, sind für Küberl vor allem die Regierungen gefordert, um etwa Einfuhrgenehmigungen zu erwirken und Transport- und Verarbeitungskosten zu klären. Es müssten sicher „gewaltige logistische Herausforderungen“ bewältigt werden.