Ausgabe: 2001/08, Wirtschaft, Uni Wien, Treffsicherheit, Regierung, Frauen,
20.02.2001
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Kämpferische Töne waren kürzlich angesagt, als sich an die 80 Frauen mit der Budgetpolitik der Regierung beschäftigten. Kein Wunder: Sind es doch besonders Frauen, auf deren Kosten gespart wird.
Zu diesem Ergebnis kamen die Teilnehmerinnen bei der Analyse der von der Regierung geplanten und bereits durchgeführten Sparmaßnahmen (siehe auch "Sparen tut manchen sehr weh" und "Schlank und rank – ein Ideal auch für den Staat"). Referentin Prof. Dr. Luise Gubitzer vom Institut für Volkswirtschaft der Uni Wien äußerte sich kritisch zum Sparpaket: „Die Frage ist, wo wird gespart: beim Militär oder bei Sozialem. Zur Zeit wird dort angesetzt, wo soziale Bedürftigkeit bereits gegeben ist anstatt im Vorfeld, damit es erst gar nicht soweit kommt“. Die Treffsicherheit wird nach „unten“ und nicht nach „oben“ gelenkt. Wenn man alle Vermögenssteuern zusammenrechnen würde, wären das Einnahmen von 50 Milliarden Schilling. Das Nulldefizit wäre dann nicht nötig, so Gubitzer.Die Teilnehmerinnen wurden ermutigt, sich für einen Staat mit sozialer Gerechtigkeit und für Frauengleichheit einzusetzen.