Dr. Franz Daringer, leitender Arzt des Kneipp-Kurhauses der Marienschwestern in Aspach
Ausgabe: 2001/08, Brustkrebs,
20.02.2001
Das Mammacarcinom ist die häufigste krebsbedingte Todesursache bei der Frau. Die Früherkennung ist die sicherste Therapie. Es gibt auch ganz selten einen Brustkrebs beim Mann. Von den Risikofaktoren ist die Tatsache, dass die Mutter einen Brustkrebs hatte, die wichtigste. Neben anderen Faktoren gehört auch Kinderlosigkeit (z. B bei Nonnen), aber auch die lange Verwendung der „Pille“ zum Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Langzeiteinnahme von Östrogenen kann eindeutig zum Wachstum von Mammacarcinomen führen. Die wichtigsten Warnsignale sind leicht erkennbar: Knotenbildung in der Brust oder Achsel, Schwellung der Brust, Hautgeschwür, Asymmetrie der Brüste, regelunabhängige Schmerzen, Entzündung, Sekretion und Absonderung aus der Brustwarze. Wenn eines dieser Zeichen festgestellt wird, ist eine ärztliche Untersuchung und eine Mammographie notwendig. Je früher ein unklarer Befund untersucht wird, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei Diagnose Krebs noch rechtzeitig eine heilende Therapie erfolgen kann. Die Operation mit möglichst brusterhaltender Technik ist die sicherste Methode, oft in der Kombination mit Bestrahlung, Chemo- oder Hormontherapie. Man kann sogenannte Komplementärmethoden zusätzlich vertreten, aber niemals als Ersatz. Für jede Frau muss es selbstverständlich sein, mindestens nach der Regel einmal die Brüste und Achseln gründlich zu tasten, ab dem 25. Lj. einmal jährlich zum Facharzt und ab dem 40. Lj. alle 1 bis 2 Jahre zur Mammographie zu gehen.