Am 2. März 2001 stellen die Benediktiner von Kremsmünster die Weichen für ihre Zukunft: Die Mönchsgemeinschaft versammelt sich zur Abtwahl. Der bisherige Abt DI Oddo Bergmaier vollendet am 22. März sein 70. Lebensjahr, damit endet seine Amtszeit. Nach geltendem Recht könnte er zwar nochmals für sechs Jahre gewählt werden, doch gegenüber der Kirchenzeitung erklärt er: „Ich hoffe, dass es ein anderer wird.“ Nach dem „Heilig-Geist-Amt“ um 8.00 Uhr wählen die Mönche unter dem Vorsitz des Abtprimas der österreichischen Bendediktiner, Abt Clemens Lashofer von Göttweig, ihren Oberen. Von den 62 Angehörigen des Konvents sind jene 58 Mönche wahlberechtigt, die die ewige Profess abgelegt haben. Einer der bekanntesten Kremsmünsterer Ordensleute, P. Richard Weberberger, hat als Bischof einer Diözese in Brasilien das aktive und passive Wahlrecht verloren. Für jeden wahlberechtigten Mönch sind bereits Blöcke mit den Namen der wählbaren Mitbrüder vorbereitet, der jeweils eigene Name fehlt aber auf diesen individuellen Listen. Erreicht ein Kandidat die absolute Mehrheit, gilt er als gewählt. Gibt es nach vier Wahlgängen noch keine absolute Mehrheit, ist der fünfte Urnengang eine Stichwahl zwischen den beiden stimmenstärksten Kandidaten. Über mögliche „Favoriten“ äußerte sich Abt Oddo nicht. Die Kirchenzeitung wird über die Wahl berichten.