Freiburg. In einem Interview mit der „Herder-Korrespondenz“ hat der Wiener Pastoraltheologe Paul M. Zulehner die katholische Kirche in den ehemals kommunistischen Ländern Mittel- und Osteuropas zum Einsatz gegen einen „noch sehr wenig gezähmten Frühkapitalismus“ aufgefordert. Die Kirche müsse sich mit denen zusammensetzen, die tatsächlich die Wirtschaft voranbringen oder die Gewerkschaften organisieren. Nur so könne die Kirche beitragen, dass die Wirtschaft in den postkommunistischen Ländern „ein menschliches Antlitz“ bekomme.
Warnung vor Gewalt-Film
Wien. Der derzeit mit großem Werbeaufwand (auch im ORF) propagierte Film „Hannibal“ setzt, anders als sein Vorgänger „Das Schweigen der Lämmer“, auf überdeutlich inszenierte Gewaltszenen. Ein Massenmörder steht als „Identifikationsfigur“ im Zentrum des Geschehens. Der katholische Filmexperte Richard Richter sieht darin einen „sadistisch-perversen Tabubruch“, der für labile Jugendliche problematische Folgen haben könnte.
Vatikan rügt Bomben
Vatikan. Der Chef der vatikanischen Regierung, Kardinal Angelo Sodano, hat die amerikanisch-britischen Bombenangriffe auf den Irak kritisiert. Sodano trat der Meinung entgegen, wonach mit der Demonstration militärischer Stärke die anstehenden Probleme zu lösen wären. Der Heilige Stuhl, so Sodano, „denkt da ganz anders“. Der vatikanische Staatssekretär wiederholte auch seine Kritik an der so „Embargo-Politik“, unter der am meisten die irakische Zivilbevölkerung leide. Das nach dem Golf-Krieg vor zehn Jahren verhängte Handelsembargo führte zu massiver Unterversorgung an Nahrung und Medikamenten.