„Die Überwindung der Diskriminierung der Frau erfordert ein neues Selbstbewusstsein des Mannes, eine neue Partnerschaftlichkeit im Teilen der Familien- und Erwerbsarbeit“: Vor diesem Hintergrund begrüßen die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung (kfbö), Margit Hauft, und der Katholischen Männerbewegung (KMBÖ), Hubert Andiel, die Einrichtung der Abteilung 6/6 für Männerpolitik im Ministerium für Generationenfragen. Für eine fairere Lastenverteilung zwischen Mann und Frau sei geschlechtsspezifische Persönlichkeitsbildung zu forcieren, neben der Frauenpolitik sei auch eine gezielte Männerpolitik notwendig, so Hauft und Andiel. Freilich dürfe die Abteilung „keineswegs auf Kosten und zu Lasten von Frauenprojekten“ arbeiten und „eine konträre Politik betreiben“.
Verdächtige Männerpolitik
Erich Lehner, Männerforscher und Theologe, ist skeptisch, ob die Männerpolitik der Regierung wirklich auf Gleichberechtigung ausgerichtet ist. Denn sie hat das Frauenministerium abgeschafft und das gemeinsame Sorgerecht geschiedener Eltern für ihre Kinder auf äußerst kritikwürdige Weise eingeführt. Auch der Pastoraltheologe Paul Zulehner äußerte den „begründeten Verdacht“, dass die Männerabteilung nicht für die Weiterentwicklung, sondern für „Stagnation“ im Verhältnis der Geschlechter stehen werde.