Kelche, Monstranzen, Kanon-tafeln:Die Pfarre Steinbach/ Steyr holt ihre Kostbarkeiten hervor und zeigt sie im Rahmen der Ausstellung „geöffnet“.
Nicht nur die Schau, der Ort allein ist schon sehenswert: Die sakralen Schätze werden im Pfarrhof präsentiert, der einst den Verwaltern der Herrschaft Steyr als Amtshaus diente. Den Ausstellungssaal schmückt eine Holzdecke aus dem Jahr 1758, die Decke der heutigen Pfarrkanzlei ist sogar noch um 150 Jahre älter. Präsentiert werden Kerzenleuchter, Reliquien und Paramente, die die Gräfin Lamberg von Steyr gestickt und der Pfarrkirche vermacht hat. Zu den Prachtstücken der Schau gehört der Messerer Kelch. Nachdem ein mehr als zweihundert Jahre dauernder Streit mit der Stadt Steyr um wirtschaftliche Vorrechte zu Gunsten Steinbachs entschieden wurde, stifteten die Messerer 1766 aus Dankbarkeit der Kirche einen Kelch. Erwähnenswert ist auch eine Monstranz mit den Darstellungen des Kirchenpatrons, des heiligen Bartholomäus, und des heiligen Florian.
Als weiteren Schwerpunkt dokumentiert Konsulent Heinrich Kieweg Orte von Steinbach, die in der Tradition vorchristlicher Kultplätze stehen. Kieweg hat Geschichten und Geschichte dieser ehemals mystischen Plätze gesammelt. Zu den besonderen religiösen Kleindenkmälern, auf die in der Ausstellung verwiesen wird, gehören das Wieser-Kreuz und die Gradauer Kapelle. „Die Gradauer Kapelle dürfte mit Sicherheit eine der ältesten, wenn nicht die ältes-te Kapelle Oberösterreichs sein“, meint Kieweg. Die Kapelle schmücken ein Marienmonogramm und die Jahreszahl 1570. Da sie nicht zur Straße, sondern nach Osten ausgerichtet ist, dürfte sie in der Zeit der Reformation den Katholiken als Versammlungsort gedient haben, während die Protestanten die Kirche benutzten.
Die Ausstellung in Steinbach/Steyr (Pfarrsaal) ist geöffnet: 25. März von 8 bis 13 Uhr, am 31. März von 16 bis 19 Uhr und am 1. April von 8 bis 13 Uhr.