Zur Entspannung des Trauner Moscheenstreits hat Pfarrer Franz Wild das Pfarrheim als Ort für das Freitagsgebet angeboten: Die muslimische Gemeinde lehnt ab.
Damit sich die seit Wochen überkochenden Emotionen um den Abbruch der Trauner Moschee abkühlen können, hat Pfarrer Pfarrer Franz Wild einen mutigen Schritt gesetzt. Bei einem Krisengipfel vergangene Woche, den Bezirkshauptmann Rudolf Doleschal organisiert hatte, lud der Pfarrer die Trauner Muslime ein, ihr Freitagsgebet im Pfarrsaal abzuhalten. Das Angebot gilt als Überbrückung für drei Monate. Der Pfarrsaal ist der muslimischen Gemeinde nicht fremd: Bereits in der Vergangenheit hatten sie bei größeren Festen den Saal gemietet und erst kürzlich fand eine Verlobungsfeier statt, so Pfarrer Wild, der seine Initative „im Sinn eines Miteinander versteht“. Ein großer Teil der Pfarrgemeinde habe Verständnis für das Anliegen, er erhalte aber auch sehr besorgte und ablehnende Anrufe.
Enttäuscht ist Pfarrer Wild, dass die muslimische Gemeinde trotz seines Angebots das Freitagsgebet am 23. März – als Demonstration – auf der Straße abhielt. Auch eine Antwort des Moschee-Sprechers Günther Rusznak steht beinahe eine Woche nach dem Krisengipfel noch immer aus.
Rusznak zur Kirchenzeitung: Man werde das Angebot nicht annehmen. Es gebe viele Kräfte innerhalb der Gruppe, die nicht in einem Pfarrheim beten wollen. Unter anderem würde das Kreuz im Saal stören. Die muslimische Gemeinde wird versuchen mit dem verbleibenden Teil des Moschee-Gebäudes auszukommen und ein Grundstück für einen Neubau suchen.