Wie wir Lebensmittel vernichten können, ist heute ein politisches Thema. Das Problem ist der Überfluss. Dabei ist es kaum fünf Jahrzehnte her, dass auch in unseren Breiten sehr viele Menschen nicht genug zu essen hatten. Der Innsbrucker Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Josef Nussbaumer, geht am Beispiel Tirols der Geschichte des Hungers vom Spätmittelalter bis in die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg nach. Er zeigt auf, wie Hunger und Krieg zusammenhängen, wie extreme Wettersituationen und Naturereignisse sich unmittelbar und direkt auf die Ernährungslage und damit auf das gesamte soziale Leben auswirkten und wie die Politik Hungersnot begünstigen oder auch verhindern konnte.Unter der Mitarbeit von Guido Rüthemann von der Salzburger Gesellschaft für Kommunikation und Entwicklung ist ein überausinteressantes und informatives Lesebuch entstanden. Bilder, Tabellen und Originaltexte geben zusätzlich Einblick in Verhältnisse, deren man sich erinnern sollte, gerade weil das angesprochene Thema sich derzeit einmal in sein Gegenteil verkehrt hat. Erinnern sollte man sich auch deshalb, weil der Skandal des Hungers weltweit noch längst nicht aus der Welt geschafft ist. Josef Nussbaumer: Vergessene Zeiten in Tirol. Lesebuch zur Hungergeschichte in einer europäischen Region. Studien Verlag Innsbruck, Reihe Geschichte & Ökonomie Bd. 11, 175 Seiten, S 248,–.
Gelassen werden mit Pierre Stutz
Die Reihe „Rituale im Alltag“ von Pierre Stutz hat im Herbst 2000 viele Kirchenzeitungsleser/innen sehr angesprochen. Jetzt legt der bekannte Ordensmann aus dem „offenen Kloster“ von Neuchatel (Schweiz) ein Buch mit „Meditationen zum Gelassenwerden“ vor. Es soll helfen, durch konkretes Üben dem Alltag mit seinen vielfachen Anforderungen gewachsen zu sein. Es gilt, „Energiefresser“ aufzuspüren und zu innerer Freiheit zu finden, denn die „innere Freiheit wird ... zur Richtschnur, um in guter Nähe und Distanz echte Gelassenheit zu wagen“, schreibt Pierre Stutz. Pierre Stutz, Meditationen zum Gelassenwerden. Herder spektrum Freiburg, 2001, 158 Seiten, S 123,–.