Auf breite Ablehnung stoßen die Pläne von Minister Bartenstein, die wöchentliche Rahmenöff-nungszeit von 66 auf 72 Stunden auszudehnen. Schon im Jänner 2001 hat sich der oberöster-reichische Landtag in einer Resolution einstimmig gegen eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten ausgesprochen. Ähnliche Resolutionen haben seither die Bundesländer Salzburg, Steiermark und Niederösterreich verabschiedet. Hauptgrund für die Haltung der Landespolitiker ist der Schutz der im Handel Beschäftigten, betont etwa der Klubobmann der ÖVP im Landtag, Dr. Josef Stockinger. Der Präsident der oberösterreichischen Arbeiterkammer, Hubert Wipplinger, stellte fest: „Die vorwiegend weiblichen Handelsangestellten sind ohnehin eine besonders belastete Berufsgruppe. Eine weitere Verschlechterung ihrer beruflichen und familiären Situation durch Arbeitszeiten bis tief in die Nacht – ausge-rechnet vom früheren Familienminister Bartenstein betrieben – kommt für uns nicht in Frage!“
Altes Eisen
„Vom alten Eisen und anderem Ballast“ hieß eine Tagung an der Uni Linz am 3. April. Führungskräfte, Unternehmensberater und Betriebsräte diskutierten dabei durchaus kontroversiell. Etwa in der Frage, ob die Unternehmensberatung lediglich die Schmutzarbeit für die Ge-schäftsleitung erledigen soll oder ob sie Zukunftschancen auftun kann. Ein Betriebsrat äußerte sich im Anschluss an das Statement einer Unternehmensberaterin, die vom Begleiten, Helfen und Beraten bei Veränderungsprozessen sprach zornig. Er machte die Erfahrung, dass ein junger Unternehmensberater einem 50-jährigen erklärte, er habe sein Leben lang alles falsch gemacht ... Der Rat der Fachleute an Führungskräfte ebenso wie an Betriebsräte: Mehr Selbstver-trauen gegenüber Unternehmensberatern!