„Missionar auf Zeit“, um zu helfen, wollte Reinhold Fel-hofer in Südafrika sein. Zurück kam er selbst ganz auf Hilfe angewiesen.
Im Bruchteil einer Sekunde geschah es. Im Leben des Reinhold Felhofer war mit diesem Augenblick am Sonntag, 4. März alles anders. Das Auto schleuderte, dann der Unfall. „Mit der Wirbelsäule stimmt etwas nicht!“ Nur nicht bewegen, wusste der geschulte Rot-Kreuz-Mann. Es dauerte lange, bis Hilfe kam.
Reinhold Felhofer war seit 9. September des Vorjahres als „Missionar auf Zeit“ in Südafrika, um mit dem deutschen Pater Alois Ganserer in der Gegend um Bloemfontain zu leben und ihm zu helfen. Im Herbst dieses Jahres hätte er wieder daheim in Rohrbach sein sollen – als Religionslehrer. Neben Religionsstunden hätte er dann auch ein neu an der Schule eingeführtes „Wellness-Programm“ übertragen bekommen. Reinhold Felhofer ist ausgebildeter Masseur. Daran ist jetzt nicht zu denken.
Nach zwei Wochen wurde der Schwerverletzte heimgeflogen. Hohes Fieber, für das man keine Ursache fand, ist jetzt endlich wieder weg. Zimmer 410 im Krankenhaus der Elisabethinen, das ist jetzt seine Welt. Nur das Bett darin. Die Füße sind seit dem Unfall gelähmt. Mit dem rechten Arm kann er essen. Jetzt lebt Reinhold in der Ungewissheit: Wie werde ich leben? Werde ich auf Dauer auf Pflege angewiesen sein? Ein leichtes Gespür in den Beinen auf Berührung hin gibt Hoffnung.
Eine Kraft hat ihn durch die Tage seit dem Unfall getragen. „Ich weiß, dass die Kinder in Südafrika jeden Tag für mich beten!“Um anderen zu helfen ist Reinhold im Herbst nach Südafrika aufgebrochen. Jetzt bekommt er von dort Kraft. Die viele Zuwendung, die er auch hier im Krankenzimmer erfährt, gibt Energie. Sein Bettnachbar ist besser beisammen – und hilft ihm bei den kleinen Handgriffen. Alles, was nicht mit der einen Hand greifbar ist, ist ja außer Reichweite. „Wenn es wieder wird“, sagt Reinhold, „ist es super. Und wenn es nicht mehr so wird, dann muss ich damit leben.“ Die erst im Vorjahr angeschafften Tourenski sind ihm eingefallen, als er die „Land der Berge“-Sendung mit Tobias Moretti im Fernsehen sah. Vieles wird er mit seinen Freunden nicht mehr unternehmen können. Den Lebensraum gilt es jetzt neu zu erschließen. „Wenigstens kann ich weinen“, sagt Reinhold. „Wenn ich das nicht mehr könnte, würde ich verbittert!“
Gerne hätte Reinhold Ostern in Südafrika erlebt – mit Pater Alois, den Straßenkindern, den vielen Christen dort. „Es ist gut, dass ich in der Frühlingsstimmung heimkommen konnte. Wenn jetzt auch noch Winter wäre, es wäre viel schlimmer.“