- Kirchenzeitung der Diözese Linz, Susanne Loher, Südwind
Undankbar: Heimarbeit
„Wenn Frauen zu Hause arbeiten, sehen oft nicht einmal sie selbst das als richtige Arbeit“, meint die chilenische Soziologin Maria Emilia Tijoux. Rosie Makosa von der südafrikanischen Heimarbeiter/innen-Vereinigung ergänzt: „Dabei muss bei der Herstellung der Kleider oft die ganze Familie mitarbeiten, obwohl nur eine Arbeitskraft bezahlt wird.“
Beim „AK-Di@log“ Ende März versuchten die Referentinnen die Problematik der „un-sichtbaren Arbeit“ für die Linzer/innen sichtbar zu machen. Denn hinter der schlechtestbezahlten Fabriksarbeiterin gibt es ein noch schlechter gestelltes Glied in der sozialen Hierarchie: die Frauen, die von zu Hause aus für die Bekleidungsindustrie arbeiten.
In Indien haben die Heimarbeiterinnen bereits eine eigene Gewerkschaft (www.sewa.org), mit einer eigenen Bank und Sozialversicherung für die Mitglieder und einem breiten Weiterbildungsangebot. Tijoux und Makosa möchten dem Beispiel folgen. „Es ist für uns wichtig, voneinander zu erfahren, zu sehen, dass es auch hier Menschen gibt, die sich für uns interessieren, dass wir mit unseren Problemen nicht alleine sind. Das macht uns Mut.“