Munderfing: Hilfstransport für Caritas und Dorf in Weißrussland
Ausgabe: 2001/16, Munderfing
17.04.2001
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Die Pfarre und die „Tschernobyl-Eltern“ von Munderfing (Dekanat Mattighofen) brachten fünf Tonnen Hilfsgüter nach Grodno in Weißrussland.
Seit zwei Jahren kommt im Sommer eine Schar Kinder aus dem weißrussischen Dorf Novojelnja nach Munderfing. Fast alle Kids haben ein Schilddrüsen-Leiden – eine Folge der Atomkraftwerks-Katastrophe von Tschernobyl vom 26. April 1986. Die „Tschernobyl-Eltern“ wollten die Beziehung nicht auf einige Woche im Jahr beschränken und organisierten gemeinsam mit der Pfarre eine Hilfsaktion. Fünf Tonnen Kleidung, Bettwäsche, Matratzen, Schuhe und dreißig Fahrräder wurden gesammelt. Die Freude der Caritas in der Stadt Grodno war groß, als drei Fahrzeuge aus Oberösterreich erschienen und die Lager wieder auffüllten. Höhepunkt der Reise war die Begegnung mit den Ferien-Kindern in dem abgelegenen Dorf Nowojelnja. „Die Herzlichkeit des Empfangs, das gemeinsame Essen und die aufrichtigen Worte des Dankes werden wir bestimt nicht vergessen“, so die Gruppe aus Munderfing: „Auffallend ist vor allem der Zusammenhalt und die Zufriedenheit trotz – teils bitterster – Armut.“ Begeisterung lösten bei den Kindern vor allem die Fahr-räder aus. Auch die Deutschlehrerin des Ortes wurde mit einem Drahtesel ausgestattet. Bisher musste sie Tag für Tag 20 Kilometer zu Fuß zurücklegen, um zum Unterreicht zu kommen. Als nächsten Schritt plant die Pfarre Munderfing eine Partnerschaft mit der Pfarre Novojelnja einzugehen.
Am Freitag, 4. Mai 2001, um 20 Uhr berichtet die Gruppe im Pfarrsaal über ihre Eindrücke aus Weißrussland.