Von brennenden Fußsohlen bis zum Generationenkonflikt
Ausgabe: 2001/16, Dr. Daringer, Kurarzt, Sprechstunde
17.04.2001
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Die Telefone liefen heiß während der Sprechstunde mit Dr. Franz Daringer. Der Kurarzt gab nicht nur zu körperlichen Leiden Auskunft.
Mehr als drei Stunden konnte der in Aspach tätige Kurarzt den Hörer kaum aus der Hand legen. Die Palette der Anfragen reichte von kleinen „Wehwehchen“ bis zu ernsthaften Krisen. Oft wurde deutlich, dass man die Einheit von Körper und Seele nicht außer Acht lassen darf. Denn viele der geschilderten Leiden gingen augenscheinlich auf seelische Nöte und Probleme zurück.
Vertraulichkeit gewahrt
Die Anonymität und Vertraulichkeit der Anrufer/innen blieb im Gespräch mit dem Arzt selbstverständlich gewahrt!Dr. Daringer ist Mitarbeiter der Kirchenzeitung (Kolumne auf Seite 24) und stellvertretender Obmann der Katholischen Männerbewegung (KMB) der Diözese Linz. Er hörte geduldig zu, klärte auf, bestärkte und ermutigte zum Beispiel gesünder zu essen und sich mehr zu bewegen. Und er verwies im Einzelnen an die entsprechenden Fachärzte und Beratungsstellen. Nicht alle riefen wegen eigener Leiden an: etwa der Vater, der sich Sorgen um die alkoholkranke Tochter machte, und die Mutter, die an ihre Grenzen im Umgang mit dem schizophrenen Sohn stößt. Sie erhielt den Tipp: Unbedingt den zwischenmenschlichen Kontakt mit dem Sohn zu pflegen, auch wenn es oft sehr schwer ist.
Da war der überlastete Häuselbauer mit Herzproblemen und dem Gefühl: „Mir wird alles zu viel!“ Er erhielt den Rat, gesundheitliche Probleme beim Internisten abklären zu lassen und sich am Wochenende trotz der vielen Arbeit auch Freiräume zu gönnen ... Die Frau, deren Asthmabeschwerden immer dann stärker werden, wenn es Probleme mit ihrem Mann gibt, ermutigte der Arzt: Redet miteinander, klärt Dinge, das bringt weiter und hilft.Einem Mann rät Dr. Daringer zu Vitaminpräparaten. Das Brennen der Fußsohlen könnte ein Nervenleiden sein, das so behandelt werden müsse. Konflikte zwischen ihrem Mann und dem Schwiegersohn veranlassen eine Frau anzurufen. Auch hier hat Franz Daringer einen Rat: „Ihr Mann braucht eine Aufgabe, wie’s tägliche Brot braucht er das.“Die Telefon-Aktion der Kirchenzeitung in Zusammenarbeit mit der Kath. Männerbewegung wurde erfreulich gut angenommen.