Gastgeberinnen aus 17 verschiedenen Nationen im Haus der Frau
Ausgabe: 2001/17, Haus der Frau, Frauen, Länder, Hauer, Scheithauer, Heimatland, Heimat
24.04.2001
- Judith Moser
Frauen aus 17 verschiedenen Nationen haben im Haus der Frau eingeladen, ihr Heimatland kennen zu lernen.
Leckere Kuchen warteten auf die Gäste, und die ließen sich nicht lange bitten: Mindestens 120 Frauen waren am 21. April 2001 ins Haus der Frau in Linz gekommen, um einander kennen zu lernen.
Weltreise
Jeder Besuch an einem der Tische war gleichzeitig ein Besuch in einem anderen Land. Jeder Tisch wurde von einer Gastgeberin betreut und diese war gerne bereit, ihre Herkunft und Geschichte zu erzählen. Die Frauen waren aufgefordert worden, kleine kulinarische Kostproben aus ihrer Heimat mitzubringen. Das haben alle getan, und sie haben noch mehr mitgebracht: Bücher und Fotos, Landkarten oder Typisches aus dem jeweiligen Land. Allen machte es sichtlich Freude, anderen von ihrem Heimatland zu erzählen.Die Veranstaltung war weitaus mehr als ein gemütlicher Nachmittags-Kaffeeplausch. „Gerade in den letzten Jahren sind die Themen Toleranz und Fremdenfeindlichkeit oft angesprochen worden,“ erklärt Maria Hauer, warum das Bildungszentrum der Katholischen Frauenbewegung der Diözese gerade jetzt diesen Nachmittag organisiert hat.
Lebenserfahrung
Viele der Gastgeberinnen leben „nicht ganz freiwillig“ in Österreich. So wie die Bosnierin, die als Kriegs-Flüchtling hierher kam. Andere sind durch Heirat nach Österreich gekommen. Sie haben wenig sozialen Kontakt und leiden darunter. „Wir können sicher viel lernen von all diesen Frauen“, sagt Maria Hauer: „Wir glauben immer, dass nur sie von uns profitieren können.“Die Frauen zeigten, dass sie nicht „nur“ Lebenserfahrung zu bieten haben: Die Brasilianerin Rosangela Scheithauer etwa stellte Bilder aus, die auch zu kaufen waren, der Erlös kommt behinderten Kindern in Brasilien zugute. Und am polnischen Tisch stellte Theresa Stepien einen zweisprachigen Lyrikband vor.Es ist geplant, ein regelmäßiges Internationales Frauentreffen einzurichten. Dass das Interesse daran groß sein dürfte, hat der Erfolg der „Pilot-Veranstaltung“ gezeigt.