Ausgabe: 2001/17, Katharina von Siena, Arme, Mystikerin, Caritas
24.04.2001
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Sie war Mystikerin, Prophetin, Diakonin, unermüdlich im Einsatz für Arme, Kranke, Notleid-ende, die (kirchen-)politischen Größen ihrer Zeit fragten sie um Rat, sie scheute sich nicht, ihre Meinung in zahlreichen Briefen– 381 davon sind erhalten – kundzutun: Die Rede ist von Katharina von Siena. Vermutlich am 29. April 1380 starb sie im Alter von 33 Jahren in Rom. Geboren wurde sie als 23. Kind einer Färberfamilie in Siena.
Mit 12 Jahren widersetzte sie sich der von den Eltern gewün-schten Heirat und trat mit 17 Jahren in den Dritten Orden der Dominikanerinnen in Siena ein. Die hl. Katharina ist als „Dienerin der Caritas“ im 14. Jahrhundert das gewesen, was Frauen heute nicht sein können: Diakonin.
Die Diözesane Frauenkommission erklärt dazu: „Wegen der Verbindung von Mystik, sozial-caritativem Engagement und klaren Worten in kirch-lichen und politischen Fragen wurde sie als Patronin künftiger Diakoninnen in den Blick genommen und ihr Gedenktag am 29. April zum „Tag der Diakonin“ ausgerufen.“ Erneut fordert die Frauenkommission die Einführung des Diakonats der Frau „als ein notwendiges Zeichen für ein erlöstes Miteinander von Frauen und Männern in der Ämterstruktur der Kirche.“