Ausgabe: 2001/18, Frau, Schnitt, Seele, Schnitt in die Seele, Loher, Südwind
02.05.2001
- Susanne Loher, Südwind
Globale Vernetzung und Migration bringen das Thema Beschneidung von Frauen international ins Gespräch und sogar ins österreichische Parlament. Denn die Problematik trifft auch Menschen in Österreich, wo es keine gesetzlichen Regelungen gibt und kein ärztliches Personal, das auf die Behandlung beschnittener Frauen vorbereitet ist. Aufklärung tut hier Not. Allerdings sehen gerade Migrant/innen die Beschneidung als kulturelle Verbindung zur Heimat, als Wahrung ihrer Identität. „Kritik von österreichischer Seite stößt daher leicht auf Widerstand", sagt Etenesh Hadis von der Afrikanischen Frauenorganisation bei der Diskussion in Linz am 26. April. Besonders wichtig ist es, die Frauen in Afrika in ihren Bemühungen, sich zu organisieren und zu vernetzen, zu unterstützen. Erste Vorhaben sind Aufklärungskampagnen zu starten und gesetzlichen Schutz zu erwirken.