Maria Achleitner hat ihr Leben der Freiwilligen Feuerwehr verschrieben
Ausgabe: 2001/18, FF, Feuerwehr, Achleitner, Wels
02.05.2001
- Judith Moser
Bei den „Floriani-Messen“ um den 4. Mai gedenken viele Feuerwehren der verstorbenen Kameraden. Nur wenige wissen, dass auch Frauen dazugehören.
Eine Freundin hat Maria Achleitner zur Feuerwehr gebracht. Sie standen miteinander in Briefkontakt, als Maria ihren „Reichsarbeitsdienst“ (RAD) absolvierte. Maria war zur Zeit des Anschlusses Österreichs an Nazi-Deutschland im März 1938 arbeitslos. Zuvor hatte sie eine Lehre als Verkäuferin abgeschlossen. Arbeitslosengeld gab es keines – ihr Vater musste für sie sorgen. So meldete sich Maria zum RAD. Sie kam nach Hessisch-Ried am Rhein, wo sie in der Landwirtschaft mitarbeiten musste. Nach ihrer Rückkehr hat Maria Achleitner 1939 bei der Freiwilligen Feuerwehr (FF) vorgesprochen. Am 6. April hat sie ihren Dienst als „Anwärter“ in der FF Wels angetreten. Tagsüber arbeitete sie in der Buchhaltung einer Baufirma. 1941 wurde sie zum „Truppmann“, 1942 zum „Standesführer“ und 1943 zum „Unterwachtmeister“ befördert. 1943 wurde sie als Sekretärin des Branddirektors angestellt. „In der Nacht war ich freiwillig, am Tag war ich in der Dienstzeit bei der Feuerwehr“, erzählt die heute 83-Jährige lachend. In der letzten Zeit des Krieges waren manche Einsätze lebensbedrohlich. Nach dem Krieg wurden die Dienstgrade neu geordnet, und so musste Maria Achleitner wieder als „Feuerwehrmann“ anfangen. Sie war vor allem im Funkdienst aktiv. Mit ihrer Pensionierung im Jahr 1973 endete auch die Zeit als aktives Mitglied der FF. Maria Achleitner brachte es bis zum „Oberbrandmeister“, den sie dann als Ehrentitel erhielt. Noch immer ist sie an allem interessiert, was mit Feuerwehr zu tun hat. Wenn sie auch selber sagt, dass sie sich ganz ihrer Familie widmet. Eine frühere Arbeitskollegin schreibt Briefe noch immer an die „Frau Feuerwehr“.