„Unter den Aposteln zur Zeit des Paulus waren die Unterschiede größer als unter den Kirchen heute“, meinte der evangelische Theologe Dr. Jürgen Roloff beim gemeinsamen Theologischen Tag evangelischer und katholischer Seelsorgerinnen am 3. Mai im Linzer Diakonissen-Krankenhaus. Thema war die Kirche. Kirche – so Roloff, sei dem Heilsgeschehen Gottes nachgeordnet, sie sei nicht einfach wie eine Agentur, die ein Produkt – das Evangelium – zu vermarkten hätte. Es sei nicht zu verstehen, dass es Christen der verschiedenen Konfessionen nicht möglich sei, das gemeinsam zu tun, was zuallererst die Kraft hätte, sie zusammenzuführen – das gemeinsame Abendmahl bzw. die Eucharistie. Bischof Maximilian Aichern betonte, wie wichtig ein gutes ökumenisches Klima sei, in dem man vertrauen könne. „Das Feuer Jesu Christi“, so der evangelische Bischof Herwig Sturm, „brennt in beiden Kirchen.“ In einem „Projekt Kirche“ gelte es, in einem nüchternen Sinn für die Wirklichkeit die Härte des Daseins zu tragen – auch im Kontrast zu den gesellschaftlichen Trends, meinte der Linzer Theologe DDr. Hanjo Sauer. Es gehe um den Mut, sich den weltweiten Herausforderungen zu stellen. Die Praxis des Glaubens wäre wichtiger als jede Definition von Kirche.