Eindringliche Warnung vor der Tötung auf Verlangen
Ausgabe: 2001/23, EU, Euthanasie, König, Landau, Politik, Sterben, Tod, Solidarität
05.06.2001
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Mit einer eindringlichen Warnung vor der Tötung auf Verlangen (Euthanasie) begann Kardinal Franz König sein Eröffnungsreferat der Parlamentarischen Enquete „Solidarität mit unseren Sterbenden“ am 29. Mai. Nach einer beeindruckenden Auseinandersetzung mit den ethischen, sozialen und menschlichen Fragen rund um das Sterben forderte König die Politik zu konkreten Initiativen zum Ausbau der Sterbebegleitung und Palliativmedizin auf. Damit würden von Österreich Signale ausgehen, die auch in Europa eine Meinungsbildung fördern, meinte König. Der Wiener Caritasdirektor Michael Landau würdigte den auf der Enquete bekundeten politischen Konsens, dass Menschen „an der Hand eines anderen und nicht durch die Hand eines anderen sterben sollen“. Wirklich erfolgreich sei diese Enquete aber erst, „wenn sie dazu führt, dass die rechtlichen und finanziellen Grundlagen der Sterbebegleitung und Hospizarbeit geschaffen und gesichert werden“, betonte Landau. Derzeit sind die meisten stationären und mobilen Hospizeinrichtungen auf Spenden angewiesen, weil die Krankenkassen nicht entsprechend zahlen. Staatssekretär Waneck und Bildungsministerin Gehrer kündigten einen Ausbau der Hospizarbeit und der palliativmedizinischen Ausbildung an. An der Enquete nahmen 200 Politiker und Experten/innen verschiedener Disziplinen teil.