Umstritten war der Bau der Kapelle in der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) in den 70-er Jahren. Nach 30 Jahren steht eine Neugestaltung an: ein Wettbewerb an der Kunstuni brachte Ideen, Entwürfe und ein Siegerprojekt.
Ordentlich geschwitzt haben sowohl Studierende der Kunstuniversität Linz, die ihre Projekte termingerecht am 30. Mai eingereicht haben als auch Jurymitglieder und interessierte KHG-Heimbewohner/innen. Und dies nicht nur wegen der ausgiebigen Sonnenbestrahlung während der Jurysitzung von 11 bis 18 Uhr.In einem mehrmonatigen Prozess haben sich an die 20 Kunst-studentinnen und Kunststudenten mit dem Thema „Sakralbau“ und mit den spezifischen Wünschen der Nutzer/innen der KHG-Kapelle beschäftigt. Auch ein gemeinsamer Studientag aller Beteiligten stand am Programm.
Initiative der Studierenden
Zur Neugestaltung der Kapelle drängten die Studierenden selbst, da dieser in jeder Hinsicht kühle Raum (Farbe, Temperatur) heute nicht mehr den Erfordernissen eines Feierraums entspricht. Der neue Raum soll ein „Raum der Stille“ und als christlicher Raum erkennbar sein, aber auch konfessionell nicht gebundene Menschen ansprechen. Außerdem soll er flexibel benutzbar sein und für 3 bis 30 Personen Platz bieten. Dass grundsätzlich Bedarf an einem Meditationsraum besteht, bestätigt Michaela Wagner, Mitglied der Jury und Heimbewohnerin: „Mir ist wichtig, dass ich den Tag gemeinsam mit anderen beginnen und beenden kann. Dass ich Ideen finde für die Woche, dass ich zurückschauen kann, was so gelaufen ist.“
Im Gespräch mit Wagner wird klar, dass so manche Ängste diesen Wettbewerb begleitet haben: Vielleicht wird ein Kunstwerk ausgewählt, das überhaupt nicht den Bedürfnissen der Benutzer entspricht? Das Siegerprojekt der drei Kunststudierenden Kulev/ Barth/ Krenn setzte sich nach langen Diskussionen bei der neunköpfigen Jury durch, weil es „einerseits sensibel auf die vorhandene Architektur eingeht, und andererseits dem Wunsch nach einem `Raum der Stille´ entgegen kommt.“, erklärt Prof. DDr. Monika Leisch-Kiesl, Vorsitzende der Jury. Die Kooperation zwischen KHG, Kunstuniversität und Institut für Kunst an der Kath. -Theol. Privatuniversität war für alle Beteiligten gewinnbringend. Jetzt geht es um die konrete Umsetzung des Siegerprojekts. Auch da setzt man auf Zusammenarbeit. Die eingereichten Entwürfe sind bis Ende Juni in der KHG-Kapelle zu besichtigen.