Guatemala. Im Prozess gegen die mutmaßlichen Mörder des guatemaltekischen Weihbischofs Juan Gerardi sind drei hohe Militärs zu je 30 Jahren Haft und ein Priester zu 20 Jahren verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Oberst Disreal Lima Estrada, der ehemalige Chef des Geheimdiestes, dessen Sohn Byron Lima Oliva, der Offizier der Präsidentengarde, Obdulio Villanueva, und der damalige Sekretär Gerardis, der Priester Mario Orantes, an der Ermordung des Bischofs beteiligt waren. Gerardi war im April 1998 erschlagen worden, zwei Tage nachdem er einen Bericht über die Verbrechen der Militärdiktatur veröffentlich hatte. Im Prozess hat der Anwalt der katholischen Kirche Expräsident Alvaro Arzu der Mitwisserschaft beschuldigt und weitere Untersuchungen gefordert.
Ins falsche Eck stellen
Mainz. Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann (Mainz), warnte davor, Gentechnik-Skepitiker in eine falsche Ecke zu stellen und sie dem Verdacht auszusetzen, sie seien weniger hilfsbereit. Es sei nicht seriös, bisher unbewiesene Fortschrittsversprechen für die Heilung vieler Krankheiten zu machen, ohne zugleich zu sagen, wie viele Embryonen dadurch in ihrem Lebensrecht bedroht seien.
Bistumsartikel aufgehoben
Bern. Mit einer Volksabstimmung votierten die Schweizer dafür, die 1874 eingeführten „Bistumsartikel“ aus der Verfassung zu streichen. Die in der liberalen Kulturkampfära eingeführten Artikel machten die Errichtung von Diözesen bzw. die Veränderung von Diözesangrenzen aller Kirchen von der Zustimmung der Bundesregierung abhängig.