Nicht nur das „Spiel des Jahres“ ist ein Lockvogel für spielerische Abende
Ausgabe: 2001/24, Spiele, Spiel des Jahres, Africa, Medina, Ulysses, Capitol, San Marco, Jawa
12.06.2001
- Ernst Gansinger
Am 24. Juni wird das „Spiel des Jahres 2001“ vorgestellt. Es gibt aber nicht nur eine, sondern viele Perlen unter den Spielen. Ein paar stellen wir hier vor, alle toll und spannend:Eroberung, Entdeckung und Ausdehnung der Macht ist die Grundidee vieler Spiele. So lasst uns also Spiele entdecken!Die indonesische Insel „Java“ ist noch unberührt. Zwei bis vier Spieler machen sie urbar, legen Reisterrassen an, gründen Dörfer, bauen Paläste. Zur Erschließung der Insel müssen die Spieler/innen ihre knappen Aktionspunkte geschickt einsetzen und möglichst bei den Festen mitfeiern ...
Mit „Africa“ kommen wir Europa schon einen Schritt näher. Auf der Landkarte Afrikas sind die Spieler als Forscher unterwegs. Sie entdecken Gold, Edelsteine oder Monumente, handeln mit Gütern und erzielen so Gewinne, tauschen, vereinigen wilde Tiere zu Herden und weisen Nomadenvölkern Gebiete zu.
Schöne Holzbausteine sind nicht der einzige Reiz von „Medina“. Denn es braucht schon vorausschauende Strategie, um pro Runde seine zwei Baumöglichkeiten erfolgversprechend einzusetzen und zum richtigen Zeitpunkt einen Palast in Besitz zu nehmen. – Am Rand des Atlasgebirges soll 1822 das verfallene Medina wieder aufgebaut werden. Je größer die Paläste sind, desto mehr Punkte bringt es ...
Die Götter der alten Griechen sitzen um den Spielplan von „Ulysses“ und spielen bluffend Schicksal. Sie schicken Odysseus mit Hilfe von Karten zu zunächst geheim gehaltenen Zielen. Wer schafft es, Odysseus als Erste/r zu vier Orten zu manövrieren?
Auf nach Rom, das gerade erbaut wird. Die Spieler/innen bauen bei „Capitol“ mit Hilfe von Aktionskarten Häuser und versuchen, in den neun Präfekturen möglichst oft die Mehrheit an Bausteinen zu erreichen. Das ist eine taktische Aufgabe mit vielen Engpass-Entscheidungen beim Bauen und beim Ersteigern besonderer Bauwerke.
Nun noch nach Venedig. Dort tobt im Hochmittelalter der Kampf um die Macht im Großen Rat. „San Marco“ lässt die Spieler/innen in die Rolle der um Einfluss streitenden Adelsfamilien schlüpfen. Sie sind zueinander nicht gerade fein, verbannen Gegner, besetzen Brücken, müssen mit Überläufern zu Rande kommen und streben nach der Hauptinsel San Marco. – Ein Machtspiel, in dem man nie nur gute Karten hat!
1. Java, 2 – 4, ab 12, 100 min., Kiesling und Kramer, Ravensburger, S 480,–. 2. Africa, 2 – 5 Spieler, ab 10 Jahren, Spieldauer: ca. 1 Stunde, Autor: Reiner Knizia, Verlag Goldsieber, ca. S 300,–. 3. Medina, 3 – 4, ab 10, Stefan Dorra, Hans im Glück, S 380,–. 4. Ulysses, 3 – 5, ab 8, 40 min., Andrea Angiolino und Piergiorgio Paglia, Winning Moves, S 300,–. 5. Capitol, 2 – 4, ab 10, 1 Stunde, Alan R. Moon und Aaron Weissblum, Schmidt Spiele, S 300,–. 6. San Marco, 3 – 4, ab 10, 75 min., Moon/Weissblum, Ravensburger, S 380,–