Die diözesane Frauenkommission der Diözese Linz verleiht erstmals für frauenfeindliche Äußerungen – so ihr Kriterium – das „Fettnäpfchen“. Heuer geht diese wenig schmeichelhafte Auszeichnung an DDr. Manfred Brandl, Pfarrer in Meggenhofen. In einem Interview mit den Oberösterreichischen Nachrichten (17. August 2001) antwortete der als „Maserati-Pfarrer“ bekannte Priester auf die Frage, warum er keine Haushälterin habe: „Trotz aller Unterstützungen der Diözese kostet mir eine Haushaltshilfe 7000 Schilling im Monat und dann haben noch die meisten dieser Köchinnen diesen Ledigen-Grant. Außerdem gibt es die Anekdote von den zwei Pfarrern, wo der eine den anderen fragt, warum er keine Pfarrers-köchin hat. Da sagt der andere: „Warum soll ich mir eine nehmen. Wenn sie sonst kein Mann gewollt hat, will ich sie auch nicht.“ Die Frauenkommission, ein Beratungsgremium des Bischofs, hat für beispielhafte positive Publikationen über die Geschlechterfrage den „Frauenschuh“ vorgesehen. Er wurde heuer nicht verliehen.
Pfarrer Brandl erklärt, dass er seine Äußerungen als Anekdote verstanden und nicht frauenfeindlich gemeint hat: „Ich habe viele Lehrerkolleginnen und Schülerinnen und wir harmonieren sehr gut.“ Er selbst habe aus Achtung vor den Frauen keine Haushälterin, die ganz im Pfarrhof wohnt, so Brandl. Abgesehen von der finanziellen Belastung sei für ihn eine Pfarrhaushälterin nicht zeitgemäß: „Die Kirche gehört im Sinn des Kirchenvolks-Begehrens reformiert – damit würden Familien im Pfarrhof leben“.