Zwei Drittel der Gottesdienstbesucher/innen sind Frauen. Doch wo und wie kommen Frauen in biblischen Texten während der Liturgie vor? „Zu wenig“ sind sich engagierte Frauen und Männer einig. „Liturgiereform aus Frauensicht“ nennt sich ein Arbeitskreis der Diözesanen Frauenkommission. Dieser bringt Vorschläge ein, wie Liturgie - die in vielen Pfarren noch immer fest in Männerhand ist - aus Sicht der Frauen gestaltet werden könnte. Ein erster Schritt ist ein Alternativleseplan mit Bibelstellen, in denen Frauen explizit Thema sind: „Ich halte es für wesentlich, dass in Gottesdiensten Lebenswelten und Glaubenserfahrungen von Frauen genauso vorkommen wie von Männern. Es gibt einen großen Schatz an Bibelstellen, in denen Frauen mit ihrer Gottes-erfahrung vorkommen.“, erklärt die Theologin Irmgard Lehner von der Frauenkommission. In 13 oberösterreichischen Pfarren wird ab Dezember 2001 der Alternativleseplan als Pilotprojekt durchgeführt. „Dieses Pilotprojekt - interessierte Gemeinden können sich noch melden – wird in den nächsten zwei Jahren fortgesetzt“, berichtet Lehner. Den Gemeinden wird ein Leseplan mit Bibelstellen für das Lesejahr A an Sonn- und Feiertagen zur Verfügung gestellt. Zu jeder Perikope gibt es eine Begründung, warum diese Stelle gelesen werden soll. Auf Rückmeldungen dazu ist die Frauenkommission schon gespannt.
Ist die Herrschaft der Männer, der Patriarchen am Ende? Wo ist der Platz der Frauen heute? Diese Fragen werden mit biblischem Hintergrund am 22. Oktober 2001 im Ursulinenhof in Linz erörtert. Referentinnen: Karin Leiter, Marlies Gielen. Zeit: 19. 30 Uhr.