Ausgabe: 2001/43, Solidaritätspreis, Einsatz, Preisträger, Solidarität, Einzelpersonen, Gruppen, Ernst Bräuer,
24.10.2001
- Ernst Gansinger
Jahrelanges Durchhaltevermögen; nicht alltägliche Umsetzungen; Einsatz außerhalb des Rampenlichts öffentlicher Aufmerksamkeit; Initiativen Betroffener, sich zusammenzuschließen ... Dieses waren Auswahlkriterien der Jury unter Vorsitz von Rektor Ernst Bräuer, als sie die heurigen Preisträger/innen nominierte.
Der Solidaritätspreis wird in drei Kategorien vergeben – „Einzelpersonen“, „Gruppen“ sowie „Kinder/Jugendliche“.
Einzelpersonen
In der Kategorie „Einzelpersonen“ erhielten den Solidaritätspreis Martha Kern, Bad Zell, Rosa Martl, Linz, sowie mit – einer auch symbolisch zu verstehenden – Preisteilung Zekeriya Eser, Linz, und Pfarrer GR Mag. Franz Wild, Traun. Martha Kern hilft seit Jahren unermüdlich Menschen am Rand unserer Gesellschaft. Rosa Martl setzt sich als Geschäftsführerin des Vereins Ketani für die Anliegen der Roma und Sinti ein. Zekeriya Eser als Muslim und Pfarrer Franz Wild als Christ treten – jeweils in ihrer Lebensumgebung – für die Verständigung von Christen und Muslimen ein und bauen dabei auf Information als Damm gegen Vorurteile.
Gruppen
Bei den „Gruppen“ sind die Ausgezeichneten: Intervoice Oberösterreich – Netzwerk Stimmenhören; der Fachausschuss Mission und 3. Welt der Pfarre St. Anna, Steyr; der Verein Condor, Linz, sowie – abermals in Teilung eines Preises – der Verein zur Resozialisierung Strafentlassener, Braunau, und der Gefangenen-Cursillo Garsten. Netzwerk Stimmenhören gibt als Selbsthilfegruppe Betroffenen Halt und Unterstützung. Der Fachausschuss Mission und 3. Welt von St. Anna sammelt wiederverwertbaren Müll und unterstützt vom Erlös unseres Überflusses Menschen, die an Mangel leiden. So wurden in den 25 Jahren des Bestehens u. a. schon 15 Traktoren für Länder der „3. Welt“ finanziert. Der Verein Condor schließt Menschen mit besonderen Fähigkeiten zusammen, die unsere Gesellschaft eher an den Rand drängt – Ausländer, Psychiatrieerfahrene sowie behinderte Menschen. Durch gegenseitige Unterstützung werden auch viele Arbeitsmöglichkeiten geschaffen. Der Verein zur Resozialisierung Strafentlassener, Braunau, und der Gefangenen-Cursillo Garsten kümmern sich um Häftlinge und Haftentlassene. Der eine in Suben, der andere in Garsten, beide sind Cursillo-Gruppen.
Kinder/Jugendliche
In der Kategorie „Kinder/Jugendliche“ erhielten fünf Kinder der Hauptschule Kopfing – Florian Bamberger, Christopher Dichtl, Tobias Gatterbauer, Lukas Kainz und Dominic Klaffenböck – den Solidaritätspreis, ebenso die Schuhputzer-Kinder der Hauptschule II in Freistadt. Die Kinder der Hauptschule Kopfing haben eine Unterstützungsaktion für Kindersklaven durchgeführt. Die Schuhputzer-Kinder der Hauptschule II in Freistadt „erputzen“ jährlich in der Adventszeit beträchtliche Erlöse, die sie für Kinder in Nicaragua spenden, damit diese eine Schule besuchen können und nicht Schuhe putzen müssen.