„Solidarität ist ein zentrales Anliegen der Nächstenliebe“, erklärte Bischof Aichern bei Verleihung der Solidaritätspreise der Kirchenzeitung. Was bei einer Krankheit unangenehm ist, ist bei den Preisträgern erwünscht. „Ich hoffe, dass ihr Beispiel andere Menschen ansteckt und zum Erwachen der Solidarität beiträgt“, so der Diözesanbischof. Die Journalistin Dolores Bauer ging in der Festansprache – im Zusammenhang mit den Anschlägen in den USA – auf das Begriffspaar Solidarität und Terrorismus ein. Auch wenn die Rechnung naiv klingt, schlüssig ist sie doch. Würde die USA die Summe, die der Militärteinsatz kostet, in den Aufbau Afghanistans investieren, würde das Taliban-Regime eher an Boden verlieren als durch Bomben. Terrorismus könne nie mit Terror besiegt werden und Gewalt nicht mit Gewalt, so Bauer. Aber die Erfahrung mit den Mächtigen ist ernüchternd: Friede und Gerechtigkeit sind ihnen immer zu teuer, der Krieg nie.
Solidarität ist Auftrag Jesu
Dolores Bauer hielt Referat bei Preisverleihung. „Die Solidarität nimmt mich in den Auftrag Jesu hinein“, betonte die Journalistin Dolores Bauer beim Festakt der Solidartätspreis-Verleihung.
Im Zusammenhang mit den Terrorattacken auf die USA sei der Begriff Solidariät angepatzt worden, so Bauer. Die Rufe der USA nach Kreuzzügen der westlichen Industriestaaten gegen den Terrorismus darf nicht verdecken, dass hunderte Millionen Menschen durch ein ungerechtes Wirtschaftssystem in Geißelhaft gehalten werden: „Auch das ist Terrorismus“.