Ausgabe: 2001/44, Braunau, NS, SS, NS-Opfer, Hitler
31.10.2001
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Aus dem Schweigen holte eine Veranstaltung am 26. Oktober 2001 in Braunau einige Opfer des Nationalsozialismus.
Gerade in Braunau habe dieses Podiumsgespräch eine besondere Bedeutung, sagte der Bürgermeister der Stadt, Gerhard Skiba. Unter Moderation von Dr. Erna Putz stellten Zeitzeugen und Nachfahren für sechs Innviertler NS-Opfer amtliche Dokumente und Berichte von Nachkommen vor und erinnerten sich ihrer.
So entstanden Lebensbilder und Todesbilder. – Von den Pfarrern Josef Forthuber aus Friedburg und Matthias Spanlang aus St. Martin, von der Sinti-Familie Kerndlbacher aus Hochburg-Ach, von Deserteur Georg Haumer, vom Ehepaar Roidmaier, Zeugen Jehovas aus Lengau und von der Gruppe kommunistischer und sozialistischer Eisenbahner aus Braunau und Mattighofen.
Die Veranstaltung des Katholische Bildungswerkes Braunau und Ranshofen, des Evangelischen Bildunsgwerkes Braunau und des Vereins Zeitgeschichte Braunau fand in der Landesmusikschule Braunau statt.
ZEIT-ZEUGNIS
Totengedenken
„Es ist unsere Aufgabe, die Opfer der NS-Zeit in unsere Erinnerung zu holen“, sagte Erna Putz bei der Braunauer Veranstaltung. Die Jägerstätter-Biografin hat sich schon viele Verdienste um die Hebung von Dokumenten zur NS-Geschichte gemacht.
Den Namenlosen der Statistik des Grauens wieder ihren Namen zu geben, sich also ihrer zu erinnern, ist auch eine Handlung, die bis in unsere Tage Folgen haben kann.