„15-Jährige sind keine Monster“, lautet der Leitspruch für eine Neuerung bei der Jungschar: 15-Jährige werden zu Gruppenleiter/innen ausgebildet.
Wer eine Schulung für Gruppenleiter/innen absolvieren wollte, musste bisher mindestens 16 Jahre alt sein. Seit September 2001 können das auch 15-Jährige. Allerdings unter einer Voraussetzung: Die Jugendlichen müssen eine Begleitperson nennen, die ihnen mit Rat und wenn nötig auch mit Tat zur Seite steht.
Nähe zur Kindheit
Für Barbara Rösslhumer von der Katholischen Jungschar der Diözese Linz ist es „total gescheit“, 15-Jährigen eine Gruppe zu überlassen. „Es ist gut, weil sie große Nähe zur Kindheit haben. Sie können sich gut in Kinder hineindenken“, sagt Rösslhumer. Doch es gibt auch negative Seiten, wenn Gruppenleiter/innen noch sehr jung sind: „Sie fühlen sich oft allein gelassen, wenn es Probleme gibt – etwa bei Finanzen, Materialien oder Inhalten.“ In vielen Pfarren engagieren sich längst Jugendliche unter 16 bei Gruppenstunden für Jungscharkinder oder Ministrantinnen und Ministranten. Es wäre auch nicht sinnvoll, sie wegzuschicken, wenn sie ernsthaft interessiert sind. „Wenn wir sagen, sie sollen in einem Jahr wiederkommen, kommen sie mit 16 sicher auch nicht mehr“, ist Barbara Rösslhumer überzeugt.Jürgen Füreder aus Gallneukirchen ist 19 und begleitet drei 15-Jährige, die Ministrantinnen- und Ministrantengruppen leiten. Er findet die Idee sehr gut, Begleitpersonen einzusetzen. Er trifft sich etwa einmal im Monat mit „seinen“ Jugendlichen. Sie reden dann über Themen, die laufend anfallen. Füreder meint, dass es den Jugendlichen gut tut, von erfahreneren Gruppenleiterinnen und -leitern zu hören, dass es auch für sie nicht leicht war am Anfang.
Vertrauensfrage
Außerhalb der Treffen rufen die begleiteten Gruppenleiter/innen auch bei Jürgen Füreder an, und manchmal gehen sie miteinander aus. „Ich denke, dass es wichtig ist, dass sie jemanden finden, zu dem sie Vertrauen haben“, sagt Füreder. „Sie müssen sich melden können, wenn es irgendetwas Gröberes gibt. Wenn das nicht der Fall ist, hören sie schnell wieder auf.“ Er ist überzeugt davon, dass „seine“ Jugendlichen sicher dabei bleiben.