Kirche und Sport haben gemeinsame Anliegen – DSG feierte 50 Jahre
Ausgabe: 2001/46, DSG, Jubiläum
13.11.2001
- Matthäus Fellinger
„DSG“ steht für Diözesan-SportGemeinschaft. „Durch Sport gewinnen“ – darum geht es der kirchlichen Breitensport-Organisation.
Die DiözesanSportGemeinschaft produziert nicht Sieger. Bei ihr sollen alle gewinnen. Körper Geist und Seele in Schwingung zu bringen – darum geht es. Der Eröffnungstanz beim Festakt der DiözesanSportGemeinschaft DSG hätte so auch beim Festgottesdienst getanzt werden können, meinte der Geistliche Assistent der Sportgemeinschaft Mag. Christian Zoidl.
Am Samstag, 10. November feierte die kirchliche Sportorganisation in der Ursulinenkirche und im Ursulinenhof in Linz 50 Jahre – mit Prominenz vom Landeshauptmann bis zu den Bischöfen Maximilian Aichern, Alois Wagner und Reinhold Stecher. Und Altbischof Stecher war es, der die Festversammlung für eine halbe Stunde vergessen ließ, dass in Wien gerade das Ländermatch gegen die Türkei lief. In einem Zwiegespräch ließ er Sport und Kirche in ein freundschaftliches Gespräch treten. Sport und Kirche haben viel gemeinsam: Sie wollen dem „verkümmernden“ Menschen dienen, der nur noch Knöpfe drückt und die gesunde Müdigkeit nicht mehr kennt. Gemeinsam könnten – so Stecher – Kirche und Sport gegen die Aggression etwas tun – damit sie in ungefährlichere Bahnen kommt. Sie könnten beitragen, „dass wir mit unseren Auswüchsen besser zurechtkommen, du – Sport – mit deinen Hooligans, und ich – Kirche – mit meinen Fanatikern“.
Dem Sport rät die Kirche in Stechers Zwiegespräch: „Sieh zu, dass du nie im Kommerz versinkst ... Wenn ich, die Kirche, reich geworden bin, hat mich das an den Rand des Abgrunds gebracht.“
Zahlreiche Gratulanten stellten sich beim Festakt ein. Landeshauptmann Josef Pühringer – Mitglied und einst Tischtennisspieler bei der DSG – würdigte die Verdienste der kirchlichen Sportorganisation um den Breitensport, besonders hob er den Einsatz der DSG für den Behindertensport hervor. Das hatte auch Bischof Aichern in der Festpredigt als Auftrag der DSG bezeichnet.
Es war, erzählt Franz Huber als ein Mann der ersten Stunde, Ferdinand Klostermann, der nach dem Weltkrieg den Impuls zur Gründung der Diözesanen Turn- und Sportgemeinschaft gab. Nach dem Nationalsozialismus hatten viele vor einem solchen Schritt Bedenken.„Durch Sport gewinnen“ wurde noch unter einem weiteren Aspekt aufgegriffen. Die DSG tritt für den Wert des Sonntags ein – auch im Sport.
„Unterwegs mit Kirche und Sport“ heißt eine Festschrift zum Jubiläum.