„Die Einigung aller Minister auf eine Erklärung bei der WTO-Tagung in Doha, Qatar, ist aus Umweltsicht positiv zu beurteilen.“ Diese Einschätzung trifft Umweltminister Molterer. Er war einer der mehr als 120 verhandelnden Minister in Doha. Erstmals sei es gelungen, für Umweltanliegen eine von allen WTO-Mitgliedern mitgetragene Grundlage in Handelsangelegenheiten zu schaffen. Die WTO bekennt sich zur nachhaltigen Entwicklung und wird mit Umweltorganisationen zusammenarbeiten. Die Kennzeichnung von Produkten nach Umweltkriterien wird im Welthandel ermöglicht.
Das ist die eine Sicht. Die andere wurde auf dem Gegenkongress zu Doha formuliert, der unter dem Titel „Die Welt ist keine Ware“ am 10. November in Linz stattfand (siehe letzte Kirchenzeitung). Der Kongress zeigte auf, dass in den meisten Ländern nicht einmal die grundlegenden Arbeitnehmerrechte und Sozialstandards vorhanden sind. Weltweitem Sozialdumping ist bei totaler Liberalisierung Tür und Tor geöffnet. Es brauche Sozial- und Umweltstandards. Auch die öffentlichen Dienstleistungen (Gesundheitsversorgung ...) müssen von der Liberalisierung ausgenommen werden.