Jede/r kann einen Atom-Ausstiegsbeitrag leisten: Öko-Strom kaufen!
Ausgabe: 2001/47, Temelin, Ärzte, machtlos, Schilddrüse, Kaliumjodid, Atom, EU
20.11.2001
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Bei einem schweren Unfall in Temelin käme es zu Massenpanik und Massenflucht, wobei man im Stau erst recht dem atomaren Niederschlag ausgesetzt wäre, so der Passauer Radiologe Dr. Fischer bei der Anti-Temelin-Demonstration in Wullowitz. In den Bunkern käme es aufgrund schwerster Krankheitsbilder zu dramatischen psychischen Szenen. – Wir können uns nicht wirklich schützen. Die Katastrophenpläne verpflichten Ärzte außerdem, die Opfer zu einzuteilen: in Chancenlose und jene, bei denen sich eine Behandlung lohnen könnte. Die Chancenlosen werden ihrem Schicksal überlassen. Viele Ärzte aus Bayern, Tschechien und Österreich nahmen an der Kundgebung teil. Der Mühlviertler Arzt Dr. Norbert Prammer, Verfasser einer Infoschrift, die in vielen Wartezimmern hängt, wird oft gefragt, was ein Arzt tun könne, wenn ein schwerer Störfall passiert? – Wenig! Kaliumjodid-Tabletten schützen nur die Schilddrüse...
„Wir können nicht wirklich helfen“ –
Dies war der erste Teil der Grundaussage bei der „Ärzte-Demonstration“ gegen Temelin am Samstag, 17. November, am Grenzübergang Wullowitz. Der zweite war: Jede/r einzelne muss zu einem atomfreien Europa beitragen, in dem er seinen Strom bei ökologischen Energieproduzenten einkauft. Der dritte Teil: Temelin ist unverantwortlich, weil Kernkraft insgesamt lebensfeindlich ist. Viele österreichische, deutsche und tschechische Ärztinnen und Ärzte waren unter den rund 1.000 Demonstranten.