Die Pfarre Linz-Auwiesen zeigt eine Ausstellung von Günter Hochegger: Die mit Gauner-zinken übermalten Beschwerdebriefe eines Mühlviertler Bauern sind eine Meditation zum Advent.
Für den Linzer Künstler Günter Hochegger sind Gaunerzinken eine Inspiration für sein Arbeiten. Eingeritzt an Türen und Hauswänden, dienten die Zeichen Gaunern und aus der Gesellschaft Ausgestoßenen zur Verständigung. Hochegger setzt bei seinen „Brandzinken-Bildern“ zwei Themen in Beziehung: Die Gaunerzinken-Sammlung (1820–1840) eines Freistädter Untersuchungsrichters und die Beschwerdeschriften des Kalchgruber Bauern aus Elmberg (bei Linz). Weil er für seine Landsleute auf Missstände und Behördenwillkür aufmerksam machte, wurde er 1821 zum Ausgestoßenen. Das Volk, das ihn Dr. Michl nannte, versteckte ihn 28 Jahre bis zu seinem Tod vor den Behörden. Unermüdlich wirkte er aus dem Untergrund weiter. Seine Anklagen begründet er immer wieder mit der Bibel. So verweist er auf den Propheten Maleachi, der jene anklagt, die Tagelöhner, Witwen und Fremde ausbeuten. Texte aus dem Buch Maleachi werden bei Gottesdiensten im Advent gelesen. Hochegger hat Kopien dieser „Petitionen in biblischem Geist“ mit Gaunerzinken übermalt. Entstanden sind Kunstwerke mit prophetischem Flair: grob, unbequem, aber auf den Punkt gebracht. Die Ausstellung ist bis 4. Jänner 2002 im Pfarrzentrum Auwiesen zu besichtigen.