Welcher Strom Ihnen durch das Netz geliefert wird, bestimmen Sie selbst
Ausgabe: 2001/48, Strom, Mascherl, Energie AG, ESG, Ökostrom, Temelin, Atomkraft, Wind, Sonne, Energie
27.11.2001
- Ernst Gansinger
Advent – viele wünschen sich ein einfacheres, entschleunigtes, leiseres, schonenderes Leben. Dies könnte sich auch auf den Umgang mit der Energie auswirken: Nachdenken darüber, woher der Strom kommt!
In Europa gibt es mehr als 85 Kernkraftwerke. Viele älteren Datums stehen rund um Österreich. Bei der Ärzte-Demonstration am 17. November 2001 in Wullwowitz sagte der Passauer Radiologe Dr. Fischer, jede/r könne einen Beitrag für den Ausstieg aus der Atomstromproduktion leisten: Ökostrom kaufen!
Einfacher Umstieg
„Das geht sehr einfach: Ich habe bei dem Ökostromanbieter angerufen. Der hat mir ein Anmeldeformular geschickt, das ich unterschrieben zurücksendete. Um alles andere kümmerte sich dann die Ökostrom-Firma“. – Dr. Edeltraud Buchberger von der Umweltstelle im Pastoralamt der Diözese Linz, ist seit 1. Juni 2001 Kundin bei einem Ökostrom-Anbieter.Der Geschäftsführer der Plattform gegen Atomgefahren, Josef Pühringer, hat längst auf Ökostrom umgestellt. Er war der erste oberösterreichische Kunde der „Ökostrom AG“. Kompliziert ist in Zeiten der Liberalisierung der Umstieg auf ökologischen Strom nicht. Es ist eine Frage der Bindungszeit an den derzeit laufenden Vertrag und des Preises. Die Kilowattstunde Ökostrom ist etwas teurer („Das ist es mir wert“, sagen Buchberger und Pühringer), sie kostet inklusive Steuern S 2,50, wobei dann keine Grundgebühren mehr verrechnet werden.
Energie AG denkt über neues Produkt nach
Auch die oberösterreichische Energie AG hat ein Produkt Ökostrom im Angebot. Aber nur etwa 300 Kunden haben sich bisher dafür entschieden. „Es ist wahrscheinlich eine Preisfrage“, meint Dr. Zeinhofer, Prokurist der Energie AG. Ist doch die Kilowattstunde netto um etwa 25 Groschen teurer als bei herkömmlichem Strom. Die Energie AG denkt über neue Strom-Produkte nach. Das müsste eine Mischung aus Wasserkraft und Ökostrom sein, was den Preis um 15 bis 20 Groschen senken würde. Der Verbund bietet Großverbrauchern mit der Ökostrom AG eine kombinierte Belieferung aus Wasserkraft und neuer Bio-Wind- und Sonnenenergie an.
Ökostrom in der Kirche
Der Kaplan von Enns-St. Laurenz, Mag. Johann Fehrerhofer ist ein innerkirchlicher Vorreiter für ökologisches Verhalten im Umgang mit Energie. Er hat sich ein Solarauto zugelegt und hat Anteile beim Windpark Bruck/Leitha. Er würde sich mehr kirchliches Öko-Engagement wünschen. Die oö. Pfarren haben mit der Energie AG gemeinsam einen spürbar ermäßigten Preis ausgehandelt. Jetzt könnten sie, meint Zeinhofer, wenn der Öko-Misch-Strom kommt, vielleicht um fünf Groschen mehr zahlen und sind dann aber Öko-Strom-Bezieher.