Im Kreis von rund 140 Gästen, darunter die engsten Angehörigen von P. José Hehenberger, präsentierte die Kirchenzeitung am 20. November zwei Bücher. Pater Hehenberger war über Telefon dabei. Im Bild von links nach rechts: Stefan Schlager, Verlagsleiter Julius Brock, Klaus Ebenhöh.
„Ich wünsche euch viel Freude – dass Weihnachten wirklich eine frohe Botschaft wird und dass ihr den Glauben an eine friedliche Welt konkret leben könnt.“ Diesen Adventwunsch richtete P. José Hehenberger an die Leser/innen der Kirchenzeitung. In eindrucksvollen Worten hat er bei der Präsentation des Buches „Ich folge dem Ruf meines Herzens“ letzten Dienstag über Telefon geschildert, wie es bei ihm in Jakobina im Nordosten Brasiliens zugeht. Klaus Ebenhöh, der Autor des Buches, hat das Interview unmittelbar vor dieser Feier geführt. „Das größte Problem ist die Arbeitslosigkeit“, wiederholt der Schlierbacher Missionar, der seit den Sechzigerjahren in Brasilien wirkt, immer wieder. „Es werden Leute erschossen wegen drei, vier Schilling“, schildert Hehenberger die Situation. „Gerade letzte Woche wurde ein junger Familienvater erschossen, weil er mit einem Burschen, der bei ihm wohnte, über einen Real diskutiert hat.“Das Hehenberger-Buch schildert den Werdegang des Missionars. Seine eindrucksvolle Berufungsgeschichte steht an zentraler Stelle. Lange hat er den Ruf seines Herzens bei sich behalten, um ihm dann konsequent zu folgen.Die Situation von Drogensüchtigen zu verbessern ist ein wichtiges Anliegen. Die Süchtigen wollen Arbeit, sie wollen leben. Und dann sind da die Straßenkinder. Rund 70 werden von der Pfarre Jakobina betreut, aber es ist schwer. „Sie haben keine Kinder- und Elternliebe erlebt, sie tragen ihre Beziehungen in Kampfart aus“.Drei Euro werden pro verkauftem Buch P. Hehenberger für seine Projekte zufließen – damit er weiterführen kann, was begonnen wurde. Gesundheitsversorgung für Leute zum Beispiel, die nicht einmal das Geld für das Essen haben. Und Lehrer sollen Fortbildungsmöglichkeiten bekommen.
Eine Antwort auf die Not
„Recht herzlichen Dank dafür“, sagt P. Hehenberger. „Es ist eine kleine Antwort auf die Not der Menschen auf unserem Flecken der Welt.“ Im Buch, das Klaus Ebenhöh nach seiner Zusammenarbeit als Auslandszivildiener bei P. Hehenberger geschrieben hat, sieht der Missionar ein Zeichen, eine Werbung dafür, dass der Friede nicht durch Terror erzwungen werden kann, sondern im Teilen möglich wird. „Einen kleinen Einfluss“, sagt P. Hehenberger mit hörbarem Schmunzeln, „habe ich jetzt auch in der Diözese Linz – wenn die Kirchenzeitung dieses Buch verbreitet. Es ist eine große Freude für mich.“Sozialer Einsatz und Glaube sind für José Hehenberger ein und dasselbe. So lädt er am Ende des Telefonats noch einmal ein: „Kommt und folgt dem göttlichen Kind!“
ZUR SACHE
Dieser Mensch strahlt Kraft aus
„Ich habe bis dahin nichts über sein Leben gewusst!“, erzählt Klaus Ebenhöh von der Zeit, als er seinen Auslandszivildienst bei P. José Hehenberger in Brailien antrat. „Dieser Mensch strahlt Kraft aus, die mich von Beginn an erfasst hat“, erzählt er von den folgenden Monaten. Als er er im Sommer 2000 heimkam, nahm er sich vor: „Wenn ich die Chance bekomme, möchte ich diese Erfahrung auch anderen mitteilen.“ Ein guter Beginn für die „Edition Kirchenzeitung“.
Klaus Ebenhöh studierte Publizistik und Völkerkunde. Sein Brot verdient er als Reiseleiter.Das Buch über P. Hehenberger kostet Euro 15,– (S 206,40), pro verkauftem Buch werden Euro 3,– für Projekte von Pater Hehenberger gespendet. Bestelladresse: Kirchenzeitung der Diözese Linz, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz. Tel. 0732/76 10-3944, Fax 0732/76 10-3939. E-Mail: service@kirchenzeitung.at
HINTERGRUND
Gott auf der Spur
„Andachtsbilder zum In-die-Hand-nehmen“ hat Stefan Schlager bei der Gründungsfeier der Edition Kirchenzeitung gezeigt. Und natürlich hat er auch aus seinem Buch gelesen, „Gott auf der Spur“, das die Kirchenzeitung dabei vorgestellt hat. „Malen und Schreiben sind verwandt, wie die Worte Textil und Text verwandt sind“, meint Stefan Schlager. Leser/innen der Kirchenzeitung werden mit Schlagers Buch auch Texte zugänglich, die in Reihen der Kirchenzeitung erschienen sind. „Heilige Orte“, eine Reihe über Eucharistie. Am Beginn stehen Besinnungstexte zum Advent. Knappe Gedichte laden ein, den Spuren zu folgen.
Stefan Schlager: Stefan Schlager, Gott auf der Spur. Theologische Meditationen und Gedichte, 136 Seiten, Euro 10,– (S 137,60).