Aktion SEI SO FREI hilft ihren Partnern langfristig
Ausgabe: 2001/50, Landflucht, Sei so frei, Schule
17.12.2001
- Matthäus Fellinger
Die beste Hilfe ist die Partnerschaft. In der Entwicklungshilfe gilt das ganz besonders. Die Aktion Sei so frei – früher Bruder in Not – bleibt vor Ort, um den langfristigen Aufbau eines menschenwürdigen Lebens zu fördern.
Mit 200 Schilling kann man beispielsweise einem Schüler in Mosambik einen ganzen Monat Verpflegung und Unterrichtsmaterial sichern. Ein von den Salesianern Don Bosco geführtes Berufsbildungszentrum soll den Weg aus der Armut eröffnen, denn in Mosambik war Jahrzehnte lang Bürgerkrieg.
In Nikaragua haben die Bewohner dreier abgelegener Dörfer in SEI SO FREI einen „ihrer“ Partner gefunden. Ihre Gegend zählt zu den ärmsten Lateinamerikas, wurde lange Zeit für den Export abgeholzt und die Bodenschätze wurden von Konzernen ausgebeutet. Erstmals ist es heuer möglich, Entwicklungsprojekte auch per Internet-Spenden zu unterstützen.
Schule gegen Landflucht
SEI SO FREI fördert landwirtschaftliche Modellschule in Brasilien
Die beste Hilfe ist die langjährige Zusammenarbeit: In Brasilien ist die Aktion Sei So frei seit zehn Jahren engagiert.
Es war 1995, als Janira Jesus Suoza de Franca an die Katholische Männerbewegung in Linz mit der Bitte um Unterstützung herantrat. Jetzt, 2001, haben die ersten Schüler und Schülerinnen ihre Ausbildung hinter sich. Es ist eine Schule, die nicht nur den Burschen und Mädchen selber etwas bringt. Die Söhne und Töchter der Kleinbauern erhalten das Rüstzeug, dass sie die kleinen Höfe erhalten können – mit neuen, für sie leistbaren Techniken. Da wird zum Beispiel das fachgerechte Kompostieren erlernt, damit man nicht auf teuren Dünger angewiesen ist. Da lernen die Leute, in Mischkulturen zu pflanzen, um den Einsatz von Pestiziden zu vermeiden. Alte, vergessene landwirtschaftliche Kulturtechniken in dieser Region, wie die Fischzucht, werden wieder eingeführt.„Landwirtschaftsschule der Gemeinschaft Margarida Alves“ so heißt die Landwirtschaftsschule rund 450 Kilometer südlich von San Salvador, benannt nach der Präsidentin der Zuckerrohr-Plantagenarbeiter-Gewerkschaft, die wegen ihres sozialen Einsatzes 1983 ermordet worden war.Zwei Wochen Schule, zwei Wochen Praxis daheim. Das ist der Lebensrhythmus der rund 70 Schüler/innen. Sie sollen sofort umsetzen können, was sie gelernt haben. Und die ältere Generation muss Vertrauen fassen in die Neuerungen.Aus der Aktion SEI SO FREI erhalten junge Menschen, die sich die Schule selbst nicht leisten können, ein Stipendium. Die Schule ist eine Art Modellschule, die auch staatlich anerkannt ist. Was hier gelingt, könnte für die Zukunft der Landwirtschaft Brasiliens beispielgebend werden: Produktion mit einfachen Mitteln, aber höchst wirksam.
ZUR SACHE: Internet-Spenden
„Sei so frei“ ist die Spendenaktion der Katholischen Männerbewegung. Sie fördert Entwicklungsprojekte vor allem in Afrika und Lateinamerika. Schwerpunktländer sind zur Zeit Nicaragua und Mosambique, aber auch Uganda und Brasilien.
Seit kurzem ist es möglich, auch über Internet zu spenden, und zwar unter http://www.meinespende.at (SEI SO FREI findet man unter „Auslandshilfe“).