Ausgabe: 2002/01, KZ, Johann Gruber, Gruber, Gedenktafel, Aichern
02.01.2002
- Josef Wallner
Johann Gruber hat Mithäftlingen im KZ das Leben gerettet. Er musste für seine Überzeugung sterben.
In einem feierlichen Akt und in Anwesenheit von Zeitzeugen hat Landeshauptmann Josef Pühringer am 20. Dezember 2001 am Linzer Institut für Hör- und Sehbildung eine Gedenktafel für den Priester Johann Gruber enthüllt. Als Leiter der seinerzeitigen Blindenanstalt wurde der überzeugte Antifaschist verleumdet und verhaftet. Am Karfreitag 1944 war Gruber im Konzentrationslager Gusen vom Lagerkommandanten grausamst ermordet worden. Zahlreichen seiner Mitgefangenen, darunter besonders viele Franzosen, hatte Gruber im Lager Gusen das Leben gerettet, indem er für sie Essen organisierte oder sich um bessere Arbeitsbedingungen einsetzte. In der Diözese Linz werden zur Zeit Vorerhebungen für einen möglichen Seligssprechungsprozess gemacht.
Dr. Helmut Wagner von der Theologischen Privatuniversität wurde von Bischof Aichern mit der Erstellung einer umfassenden Biographie beauftragt. „Er ist wahrhaft ein Held, ein Heiliger“, so Bischof Aichern über Gruber. „Er hat dem Tiefsten, zu dem Menschen fähig sind, das Höchste, was Menschen tun können, entgegengesetzt: die Nächstenliebe“ charakterisierte Landeshauptmann Pühringer den Priester.