Zeit schenken, teilen und dabei Freude erleben. Diese Devise steckt hinter dem vielfältigen Einsatz von Elfriede Rödlach für eine gerechte undfriedliche Welt.
Die Welt – das ist für Elisabeth Rödlach die Familie, die Pfarrgemeinde, die Ortschaft. Das sind aber auch die Menschen in der „Dritten Welt“, in Afrika, Lateinamerika oder Asien. „Solidarisch sein mit allen Menschen ist einer der großen Beweggründe für meine Arbeit“, sagt sie.Seit mittlerweile fünf Jahren leitet die Mutter von vier erwachsenen Kindern den „Arbeitskreis für Mission und Entwicklungshilfe“. Beheimatet ist dieser Arbeitskreis in der Pfarre Maria Himmelfahrt in Landeck im Tiroler Oberland. Seine Fäden hat er mittlerweile in viele Länder der Erde gespannt. Unter anderem werden Projekte in Brasilien, Peru oder Nepal unterstützt.
Geld und Zeit teilen
Acht Frauen und Pfarrer Be-nedikt Kössler bilden die Kern- truppe der umtriebigen Gemeinschaft. Bis zu 25 weitere Frauen und Männer helfen mit, vor allem, wenn es um die Vorbereitung des monatlichen Flohmarktes geht. Allein im Jahr 2001 hat der Arbeitskreis Hilfsprojekte mit 50.870 Euro (700.000 Schilling) gefördert. Ein besonders schöner Erfolg war eine Verkaufsausstellung mit Werken regionaler Künstler. Der Reinerlös floss in die drei Pfarren von Landeck und in ein Behindertenprojekt in Peru.„Mission heißt für mich teilen“, sagt Elfriede Rödlach. Sie meint damit nicht nur das Geld, sondern auch die Zeit, die sie anderen Menschen zur Verfügung stellt.
Energiebündel
„Ich habe eine sehr ausgeprägte soziale Ader“, weiß Elfriede Rödlach. Die gelernte Kinderkrankenschwester war lange Zeit ehrenamtlich im Sozialsprengel aktiv, mischt im Kneippverein mit, trägt 120 Exemplare einer Missionszeitschrift aus. Für die Messfeier am 15. August bindet sie jedes Jahr gemeinsam mit den Kneippfrauen kleine Gewürzsträußchen, die am Kirchplatz verteilt werden. Zwei Mal im Jahr gestaltet sie mit dem Arbeitskreis eine Messfeier. Eine Motivation für ihres vielfältigen Engagement war für Elfriede Rödlach ihr Sohn Alexander. Er ist Priester und als Steyler Missionar in Zimbabwe tätig. Zuerst galt die Unterstützung des Missionskreises seiner Arbeit. Mittlerweile werden auch zahlreiche andere Projekte gefördert.
Vor der eigenen Tür beginnen
Elfriede Rödlach ist beseelt von der Vision einer friedlicheren Welt mit weniger armen Menschen. Mit der Verwirklichung beginnt sie vor der eigenen Haustür. Wichtig ist ihr vor allem die Pflege der Gemeinschaft. Das letztjährige Pfarrfest etwa war ein Fest der Begegnung zwischen Tirolern und türkischen Einwohnern. Damals ist in ihr die Idee gereift, regelmäßige Treffen mit muslimischen Frauen zu organisieren. „Noch ist es nicht so weit“, meint sie, „aber das wird noch werden“.
ZUR SACHE
Der Pullover ist nicht wichtig
Was ist wichtig im Leben? Die Antwort auf diese Frage steht im Mittelpunkt desehrenamtlichen Einsatzes von Elfriede Rödlach. Ein kurzes Erlebnis mit ihrem Sohn Alexander bringt dies anschaulich zum Ausdruck:
Als sie sich auf einer Veranstaltung über den zerschlissenen Pullover eines Mannes geärgert hat, meinte ihr Sohn kurz und bündig: „Mama, das ist nicht wichtig“. Elfriede Rödlach hat sofort verstanden. Viel wichtiger als ein schöner Pullover sind der menschliche Umgang miteinander und der Einsatz für eine friedlichere, gerechtere Welt.Für die Mutter von vier Kindern gilt das im Kleinen genauso wie im Großen. Bereits der Friedensgruß in der Kirche ist für Elfriede Rödlach ein Prüfstein der Aufrichtigkeit. „Sich den Friedensgruß geben und dann hinausgehen und schimpfen, das kommt für mich nicht in Frage“, sagt sie.
Zugleich reicht ihr Einsatz für Friede und Gerechtigkeit weit über den eigenen Kirchturm hinaus. Als Leiterin des Arbeitskreises für Mission und Entwicklungshilfe unterstützt sie Entwicklungspro-jekte in vielen Ländern der Erde. Zu allen Projektpart-nern halten die Frauen und Männer des Arbeitskreises persönliche Kontakte. „Wir wollen Brücken bauen und Zeichen der Hoffnung setzen“, nennt Elfriede Rödlach die Beweggründe für den Arbeitskreis.
Im Februar etwa wird Elfriede Rödlach mit ihrem Mann Alfons nach Sao Paulo in Brasilien reisen. Dort unterstützt der Arbeitskreis ein Projekt für drogenabhängige Straßenkinder. „Wenn man die Armut in anderen Ländern hautnah miterlebt, hat das auch Auswirkungen auf unser Leben hier in Tirol“, meint die Landeckerin.