Die gut versteckten Krippen haben in den Weihnachtsfeiertagen ein Platzerl unter dem Christbaum erhalten. Bei Krippenbaumeisterin Gertrude Emerstorfer sind Krippen das ganze Jahr hindurch gefragt.
Zu Krippen hat Krippenbaumeisterin Emerstorfer ein besonderes Verhältnis. Vor 15 Jahren begann sie, Krippen zu bauen. Seitdem hat sie an die 500 Krippen in Oberösterreich begutachtet. Krippenbauen führt weg vom hektischen Getriebe. „Man verinnerlicht, und man findet durch die Krippen den Weg zurück in die Kirche“, hat Gertrude Emerstorfer beobachtet. Auffallend ist inden Krippenbau-Kursen, „dass die Männer sowas von friedlich sind“, wie sie schmunzelnd sagt. Durchschnittlich werden die Kurse zu zwei Dritteln von Männern besucht, Frauen sind noch selten. Wichtig ist der engagierten Krippenbaumeisterin, dass der biblische und zeitgeschichtliche Hintergrund beim Krippenbauen berücksichtigt wird. Ebenso will Emerstorfer den Weg in die Moderne nicht vernachlässigen. „Zuerst gilt es das Traditionelle kennen zu lernen und dann den Weg in die Moderne zu finden.“
Über die Akademie der Volkskultur, die kürzlich ihr einjähriges Bestehen feierte, bietet Emerstorfer nun erstmals in Österreich eine Ausbildung für Krippenpfleger/innen an. Start ist am 25. Jänner 2002 im Schloss Weinberg. „Weihnachtskrippen sind wichtige Kulturgüter. Sie bedürfen daher der ständigen Betreuung und Pflege“, erklärt die Krippenbaumeisterin. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Eva Maria Novak hat Emerstorfer ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt: Restaurieren, Vermittlung von Bibelwissen, Landschaftsgestaltung im Krippenbau, Kennenlernen der unterschiedlichen Krippenbauweisen in den oö. Regionen sowie Ursprungsforschung sind Elemente des vierteiligen Kurses zum Krippenpfleger.
Zum Thema „Krippen und Kirche“ befragt, berichtet Emerstorfer: „Oft war es schwierig, einen Priester zu finden, der die neuen Krippen segnet.“ Sie hofft, dass in Zukunft die Arbeit mit kirchlichen Institutionen verstärkt wird. Mit Prof. DDr. Karl Rehberger vom Stift St. Florian ist ein Anfang gemacht. Rehberger wird beim ersten Kursteil zum Thema „Szenen in der Krippe aus der Sicht der Bibel“ referieren.
Info und Anmeldung: Akademie der Volkskultur, Tel. 0732/77 31 90-12.