Die Zahl der Österreicher/innen, die besorgt ins neue Jahr gehen, hat deutlich zugenommen. Der Konjunktureinbruch und seine unmittelbaren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt dürften die Gründe für den neuen Pessimismus sein. Vielleicht spielt auch eine Rolle, dass die Anschläge von New York und Washington die Verwundbarkeit unserer modernen Welt neu ins Bewusstsein gebracht haben.
In beiden Fällen ist der Grund zur Sorge letztlich auch eine Anfrage, was in dieser Welt Solidarität und Gerechtigkeit wert sind. Werden Menschen bewusst aufgefangen oder möglichst billig entsorgt? Wird der Terror an den Wurzeln, der weltweiten Ungerechtigkeit bekämpft, oder mit einem Bombenteppich zugedeckt?
Die Welt steht an einer Weggabelung der Solidarität, meint der Theologe Paul M. Zulehner. Die Kirche wird ihre Aufgabe als Anwalt der Menschen aber nur dann stark ausüben, wenn sie aus tiefen geistlichen Wurzeln lebt.