Ausgabe: 2002/04, Fritz, Robert Fritz, PGR, Ministrant, Pfarrgemeinderatswahl
23.01.2002
- Michael Dittrich
In seinem Kopf kreisen ständig Hunderte von Ideen. Für Spiele, Sketches, Kreativworkshops, Theater- und Rollenspiele, Reisen, Grafik oder Fotokunst ist er einfach ein Naturtalent.
So charakterisiert Birgit Reiner, Referentin für Ministrantenliturgie der Katholischen Jugend und Jungschar Vorarlberg, ihren „Kreativkopf“ im diözesanen Ministrantenteam, Robert Fritz. „Egal, ob es sich um Fragen der Liturgie oder um die Inhalte von Workshops oder einer Gruppenstunde geht – er liefert uns immer wieder interessante Impulse, wie wir Dinge anders machen können, oder wo wir etwas Neues ausprobieren könnten.“
Eigene Kreativität entdecken
Obwohl der 18-Jährige gerade erst die Matura hinter sich gebracht hat, blickt er in Fragen der Kinderliturgie auf einen großen Erfahrungsschatz zurück. Seit dem achten Lebensjahr ist er als Ministrant aktiv. Vor drei Jahren übernahm er die Leitung einer Minstrantengruppe. Roberts besonderes Talent im Umgang mit Jugendlichen blieb auch den Mitarbeitern der Katholischen Jugend und Jungschar nicht lange verborgen. Der Schritt ins diözesane Miniteam war da nur die logische Folge. Schnell hat er sich zu einem Eckpfeiler für die Bereiche Planung und Begleitung der Miniwochen entwickelt. Ebenso war er eine wichtige Stütze bei der letztjährigen Sommeroase der Katholischen Jugend in der Provence.
„Für mich ist die Mitarbeit bei der Gestaltung der Miniwochen ein Hobby, das mir irrsinnig Spaß macht. Wenn 150 Jugendliche eine Woche lang ihre eigene Kreativität entdecken und gemeinsam weiterentwickeln können, indem sie miteinander in Workshops basteln, diskutieren und spielen und danach zufrieden nach Hause fahren, ist das für mich eine unheimliche Befriedigung“, meint er begeistert.
So ist es nicht ganz zufällig, dass Robert trotz seines jugend-lichen Alters bereits von Landeshauptmann Sausgruber höchstpersönlich für sein ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurde. Bei der Ehrung von Ehrenamtlichen durch die Landesregierung am Nationalfeiertag war er ein jugendlich-bunter Kontrapunkt unter den meist älteren verdienten Damen und Herren.
Ein „ruhiger Romantiker“
Zurzeit ist Robert Ministrant „in Ruhe“, weil er gerade seinen Präsenzdienst an der burgenländischen Grenze ableistet. „Aber ich halte mich trotzdem auf dem Laufenden, was in der Pfarre und in der Diözese alles passiert.“Seine Mitstreiter in der Pfarre und auf diözesaner Ebene schätzen an ihm vor allem sein ganzheitliches Arbeiten. „Er hat die Gabe, gute Ideen auch in die Realität umzusetzen und das mit erstaunlicher Präzision und Einsatz“, so Jugendseelsorger Günther Willi über das Multitalent. Auch beim neuesten Projekt der Katholischen Jugend und Jungschar, der eigenen Homepage, hat er seine Finger mit im Spiel. Das Logo für die Seite stammt aus seiner Feder.
ZUR SACHE
Kreativ und romantisch
Seit der Erstkommunion ist Robert Fritz in seiner Heimatpfarre Weiler als Ministrant aktiv, mit 15 Jahren übernahm er eine eigene Minigruppe. Vor allem die Gestaltung der Gruppenstunden entwickelte sich unter seiner Regie zu einem interessanten Experimentierfeld für neue Ideen: Bibelgeschichten szenisch darstellen mit Rollenspielen, damit die Bibel für Jugendliche erlebbar wird; oder Exkursionen in umliegende Wälder, um dort mit Naturmaterialien christliche Symbole zu gestalten. Mit den unkonventionellen Texten, Liedern und Bildern ist auch die jährliche Messfeier zur Aufnahme der neuen Ministranten jedes Mal ein besonderes Ereignis in der Pfarre. Aber nicht nur als Workshopleiter und Organisator hat er sich etabliert. Auch als Reisebegleiter ist der „ruhige Romantiker“ sehr geschätzt. „Robert hat ein Auge für das Schöne“, schwärmt eine Teilnehmerin. Der begeisterte Hobbyfotograf ist bei jeder Reise der Garant für ein originelles Fotoalbum, dessen Qualitäten an einen Band für Kunstfotografie heranreichen. Gleichzeitig ist er immer auch Anlaufstelle für kleinere und größere geistige und körperliche Wehwehchen der mitreisenden Jugendlichen.