„Nach dem Volksbegehren gilt es nun, ein neues und von Respekt getragenes Miteinander anzustreben“. Mit diesen Worten kommentierte Bischof Maximilian Aichern für die Kirchenzeitung den Ausgang des Temelin-Volksbegehrens. 915.220 Österreicher/innen, davon ein Viertel aus Oberösterreich, haben unterschrieben. Bischof Aichern verweist auf die Partnerschaft zwischen den Diözesen Budweis und Linz. Diese kann helfen, Verständnis über die Grenzen hinweg zu fördern. Die Katholische Aktion will – so Präsidentin Margit Hauft – jetzt mit der tschechischen Seite, vor allem mit den südböhmischen Müttern gegen Atomgefahren, Kontakt aufnehmen. Das Ziel: der langfristige Ausstieg aus der Atomenergie. Neben diesem Einsatz gegen Atomgefahren will sich die katholische Aktion verstärkt für ein vereintes Europa einsetzen. 2002/2003 soll das ein Schwerpunktanliegen der Katholischen Aktion sein.
Stimmen zum Volksbegehren
„Es ist Sache der Politik, aus dem Ausgang des Volksbegehrens die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen“, meint Bischof Maximilian Aichern. Sowohl, was die Sicherheit von Atomkraftwerken, als auch, was das Miteinander der benachbarten Länder Österreich und Tschechien betreffe, hätten viele Menschen ihre Sorgen geäußert. Nach dem Volkbegehren gelte es nun, ein neues und ehrliches Miteinander anzustreben.„Die Katholische Kirche will dazu beitragen, dass der Dialog über die ernsten Fragen Europas in Offenheit weitergeführt werden kann.“ Die Diözese Linz verbindet mit der Diözese Budweis eine enge Partnerschaft. Sie könne helfen, Verständnis über Grenzen hinweg zu fördern, so der Bischof.
Es werden die nachbarschaftlichen Beziehungen und auch die Arbeit der tschechischen AKW-Gegner schwieriger, ist Dana Kuchtova von den Südböhmischen Müttern gegen Atomgefahr besorgt. Die tschechische Bevölkerung sehe es schwarz-weiß. Dass auch die Atomgegner in der Volksbegehrens-Frage gespalten waren, kam medial nicht durch. Für die Tschechen sind jetzt die Atomgegner „Haider nahe“. Und Österreich wird in Schüssel- (der viel gelobt wird) und Haider-Anhänger aufgeteilt. Die Anti-AKW-Gruppen sind nun als radikal verschrieen.“ Kuchtova regt ein demonstratives gemeinsames Auftreten der Atomkraftgegner hüben und drüben an. Aber es werde schwieriger, mit Österreichern aufzutreten.