In St. Georgen/Gusen ist die Jugend im Pfarrgemeinderat gut vertreten
Ausgabe: 2002/05, Wöss, St. Georgen, Tanz, Ball, Schwung, St. Georgen an der Gusen, Pfarrgemeinderat, PGR, Prinz, Grubinger
29.01.2002
- Matthäus Fellinger
Bild: Martina Prinz, Kaplan Wolfgang Grubinger und Barbara Wöss beim Jugendball: einer angenehmen Seite des Lebens als Pfarrgmeinderat.
Mit einer „Option für die Jugend“ will die Katholische Aktion deutlich mehr Jugendvertreter/innen in die Pfarrgemeinderäte bringen.
Bis zu den Semesterferien sollen in den Pfarren die Listen der Kandidat/innen für die Pfarrgemeinderatswahl 2002 feststehen. „Jugendvertreter/innen haben es im Pfarrgemeinderat oft schwer, besonders wenn sie allein die Jugendanliegen vertreten sollen“, meint Bettina Ausserhuber von der Diözesanstelle der Katholischen Jugend Oberösterreichs. Wenigstens zwei sollten im Pfarrgemeinderat sein, regt auch die Katholische Aktion an. Männer- und Frauenbewegung sollen auf einen „Fixplatz“ im Pfarrgemeinderat verzichten und dafür der Jugend einen zweiten Platz überlassen.
Ein Abend pro Woche
Barbara Wöss, Martina Prinz und Günter Freudenthaler haben die erste Pfarrgemeinderats-Periode hinter sich. In St. Georgen an der Gusen hat man die „Option für die Jugend“ schon vor fünf Jahren verwirklicht. Überrascht waren die drei, als sie damals vom Kaplan gefragt wurden, ob sie sich eine Kandidatur vorstellen könnten. Alle drei waren in der Jugend der Pfarre engagiert. Martina Prinz war amtliche Jugendkandidatin, aber als Bautechnikerin war ihr Wissen auch sonst in der Pfarre gefragt. Barbara und Günter wurden gewählt. „Man muss schon viel Freizeit opfern“, erzählt Freudenthaler. Der Pfarrheim-Neubau ist in die letzte Amtsperiode gefallen, das bedeutete nicht nur Arbeit, sondern auch Auseinandersetzung und viele Gespräche. „Es bleibt vieles an einem hängen“, machte Günter eine typische Pfarrgemeinderats-Erfahrung. Durchschnittlich einen Abend in der Woche schätzen Barbara Wöss und Martina Prinz ihren Zeitaufwand für die Pfarre. Die kirchliche Jugendarbeit ist in der stadtnahen Pfarre St. Georgen anerkannt. Es galt im Pfarrgemeinderat Vertrauen zu schaffen. 600 Jugendliche beim Jugendball im neuen Pfarrheim, davor hatten manche Angst. Doch es ging immer noch alles gut.
Man hat selber was davon
Für Barbara ist das Gespräch über die Generationen hin etwas besonders Schönes. „Man erlebt“, sagt sie, „das sonst nicht so leicht.“ Der älteste Pfarrgemeinderat hat besonders viel Verständnis für die Jugend, stellt seinen Traktor zur Verfügung, wenn es etwas zu transportieren gilt.
Alle drei wollen, wenn sie gewählt werden, bleiben. Sie tun nicht nur für andere etwas, sie sehen auch für sich selbst einen Gewinn. „Ich bin kritischer geworden“, sagt Barbara. Künftig wollen sie ein besonderes Ohr für die jüngeren Erwachsenen haben. Für die eigentliche Jugend wird es neue Leute geben.